Abschied nach 25 Jahren in Schwerte: Museumsleiter Loftus hinterlässt viele Spuren

Der langjährige Museumsleiter John Loftus (5.v.l.) wurde gestern von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des KuWeBe in der VHS verabschiedet. (Foto: Merle Hagenkord)

Der langjährige Museumsleiter John Loftus (5.v.l.) wurde gestern von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des KuWeBe in der VHS verabschiedet. (Foto: Merle Hagenkord)

Schwerte. (NO) Zeit für Neues. 25 Jahre hat John Loftus das Ruhrtal-Museum geprägt. Die verglaste Halle, das Magazin mit dem Fundus des Museumsgründers, eine alte und eine neue Dauerausstellung, der Förderverein, das Historische Spiel im Elsebad: Spuren seines Wirkens. Der Mann mit englisch-irischen Wurzeln, geboren in Wolverhampton im Westen Englands, ist eine bekannte Persönlichkeit in der Hansestadt an der Ruhr und war sogar mal Präsident – des Rotary Clubs.
Jetzt heißt es Abschied nehmen. Dauerhaft leben werden John und Regina Loftus fortan in Neuenkirchen-Delmsen in der Lüneburger Heide. Ihr Haus in Westhofen hat das Ehepaar bereits vor zwei Jahren verkauft.
Faszination Archäologie
John Loftus studierte Physik und war als Lehrer tätig, hatte davon aber schon mit 23 Jahren „die Nase voll“ und wandte sich der Archäologie zu. Bei seiner ersten Ausgrabung fand er gleich eine römische Fibel – eine Art verzierte Gewandnadel, mit der Umhänge zusammengehalten wurden. Loftus war fasziniert – und hatte sein neues Betätigungsfeld gefunden. 1977 kam er nach Deutschland zu Ausgrabungen im ehemaligen Braunkohlerevier Düren. Aus den geplanten 14 Tagen wurde ein Jahr – und der Engländer mit dem charmanten, kleinen Akzent fasste Fuß in Deutschland. An der Uni Köln studierte er Ur- und Frühgeschichte und traf dort seine Regina. 1982 wurde geheiratet. Vier Kinder gingen aus der Ehe hervor.
Erfolgreiche Bewerbung
1992 kamen beide nach Schwerte, wo John Loftus nach einer Ausschreibung für die Schwerter Museumsleitung und einer erfolgreichen Bewerbung seine neue Stelle antrat. Fünf Jahre später begründete das Ehepaar ein Schwerter Veranstaltungshighlight, das Historische Spiel im Elsebad, das ursprünglich als Aktion zum 600-jährigen Stadtjubiläum gedacht war. Heute ist das Event aus dem Jahreskalender der Ruhrstadt nicht mehr wegzudenken und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.
Verdienste
Zum Stadtjubiläum 1997 baute John Loftus auch die Dauerausstellung über die Schwerter Historie auf, die 20 Jahre Bestand hatte. Zudem brachte er die Verglasung des ehemaligen Rathauses auf den Weg und überführte die Bestände des Museumsgründers Josef Spiegel aus einem Keller unter der Gesamtschule in ein angemessenes Magazin in der Ostenstraße. Die Gründung des sehr rührigen Museums-Förderverein hat er in die Wege geleitet. Und schon 2012, als der Umbau des Ruhrtal-Museums und der Marktschänke auf die Agenda kam, konzipierte Loftus die neue Dauerausstellung zum Thema „Wasser“, was naheliegt am Ufer der Ruhr. Was wie umgesetzt wird, ist allerdings noch nicht beschlossen.
Neuenkirchen-Delmsen in der Lüneburger Heide wird für den 63-Jährigen kein Altersruhesitz werden. Möglicherweise wird man ihm dann wann auch wieder in der Hansestadt an der Ruhr begegnen, wenn er alte Freunde besucht und mal nachschaut, wie sich Schwerte und „sein“ Museum entwickeln…