27 Jahre war Theresia Kruse (l.) als Krankenhausseelsorgerin im Einsatz. Gestern wurde sie verabschiedet. Ihre Nachfolgerin wird Ulrike Nagel. (Foto: MKS)

Schwerte. (Red.) Ganze 27 Jahre leistete Theresia Kruse als Krankenhausseelsorgerin im Marienkrankenhaus ihren Dienst am Mitmenschen. Bei der Sitzung des Pfarrgemeinderats am gestrigen Freitag wurde sie verabschiedet. Ihre Nachfolgerin wird Ulrike Nagel. Theresia Kruse blickt zurück: „Als ich im September 1990 anfing, hatte das Haus noch Fünf-Bett-Zimmer. Die durchschnittliche Verweildauer lag bei 13 Tagen!“ Die langjährige Seelsorgerin hat die rasante Modernisierung und Spezialisierung des Krankenhauses miterlebt und zum Teil mitgestaltet. Krankensalbung und Sterbebegleitung, die Betreuung der sogenannten „Grünen Damen“, die Bestattung ungeborener Kinder, die Neugeborenen-Segnung, Meditations-Angebote, Wortgottesdienste in der Krankenhauskapelle – ein vielschichtiges Aufgabengebiet hatte sie zu erledigen. Und dazu kam immer wieder die persönliche und vertrauliche Zuwendung zu den Patienten direkt an den Krankenlagern.

Ganz nah am Menschen

„Meine Kernaufgabe war es, mit Patienten, Mitarbeitern und Angehörigen viele Gespräche zu führen. Das Schöne daran war, dass ich aufgrund meiner langen Tätigkeit viele Menschen ein ganzes Stück ihres Lebens begleiten durfte“, zieht die Krankenhausseelsorgerin Bilanz. Ganze Familiengeschichten und viele schwere Schicksale bekam sie hautnah mit. „Einige Aufgaben möchte ich ehrenamtlich weiter erledigen, aber ohne meiner Nachfolgerin im Wege zu stehen“, versprach Theresia Kruse gestern bei ihrem Abschied aus dem Krankenhaus. Ihr besonderer Dank gilt allen Mitarbeitern des Schwerter Krankenhauses und allen Ehrenamtlichen, die sie in den fast drei Jahrzehnten an der Goethestraße unterstützt haben.

Qualifizierte Nachfolgerin

Während Theresia Kruse nun ihre neu gewonnene Freiheit genießen, weiter Spanisch lernen, das Handpuppenspiel vertiefen oder einen Fallschirm-Tandem-Sprung wagen möchte, tritt Ulrike Nagel als neue Krankenhausseelsorgerin in ihre Fußstapfen. Die Mutter zweier inzwischen erwachsener Kinder wohnt in Unna, studierte bis 1986 in Paderborn Religionspädagogik und erarbeitete sich während ihrer beruflichen Stationen in Herdecke und Dortmund einen großen Schatz persönlicher Erfahrungen und Fähigkeiten. Ob Seelsorge in Kindertageseinrichtungen, Begleitung von Ehrenamtlichen, Firmvorbereitungen oder zuletzt die Betreuung von Flüchtlingen – Ulrike Nagel war als Mitarbeiterin des Pastoralverbundes für die Menschen im Dortmunder Nordosten da. Parallel zur Gemeindearbeit ließ sie sich in Köln zur Krankenhausseelsorgerin qualifizieren. „Die Ausbildung dauert insgesamt ein Jahr und beinhaltet Blockunterricht und Praktika“, ist Ulrike Nagel zuversichtlich, ihre hinzugewonnenen Fähigkeiten im Marienkrankenhaus einbringen zu können. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Ich fand die Tätigkeit in einem Krankenhaus schon immer reizvoll. Insofern bin ich dankbar, nun die Chance zu bekommen, die Arbeit meiner Vorgängerin Theresia Kruse fortführen zu dürfen.“