Alte Güterhalle am Bahnhof als neuer Treffpunkt für die Stadtpark-Szene?

Bürgersprechstunde im Stadtpark Schwerte
Im Stadtpark fand in dieser Woche eine Bürgersprechstunde statt, die von Ratsfrau Bianca Dausend (r.) moderiert wurde. Auch Bewohnerinnen des Hauses am Stadtpark waren anwesend. Viele Bürgerinnen und Bürger fühlen sich von der „Stadtparkszene“, die vor allem den Bereich an der Bahnhofstraße als Treffpunkt nutzt, verunsichert. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. Bürgersprechstunde im Stadtpark – dazu hatte am Montag die Teilfraktion der CDU im Generationenausschuss unter der Leitung von Ratsfrau Bianca Dausend eingeladen. Rund 60 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, darunter viele Bewohnerinnen des Hauses am Stadtpark.

Das Problem ist bekannt: Im vorderen Bereich des Stadtparks an der Bahnhofstraße wird gesoffen, die Büsche an der angrenzenden Grundschule müssen als Toilette herhalten. Viele Anwohner fühlen sich durch die Stadtparkszene vor allem durch Lärm und Dreck belästigt. Vielen ist es auch unangenehm, durch die Spaliere der Trinkenden gehen zu müssen. „Wir gehen aber immer zur Seite und bieten sogar einen Platz auf der Bank an“, merkte dazu eine der Szene angehörige Frau an.

„Wir stören nicht“

Generell wird aber die heimische Stadtparkszene nicht generell als Bedrohung empfunden. So betonten auch Mitglieder eben dieser Szene beim Bürgertreffen, man wolle auch keineswegs andere Stadtparkbesucher bzw. Passanten stören. Ein „Szene“-Mann sagte: „Ich bin jetzt seit 15 Jahren hier, doch erst seit zwei Jahren sind wir hier im Gespräch. Bitte tun sie doch was, damit wir aus dem Stadtpark rauskommen!“

Streetworker sind keine Lösung

Um die Stadtparkszene kümmern sich vor allem die Streetworker des Vereins für soziale Integrationshilfen. Bei über zwei Promille auf Seiten ihrer „Kunden“ laufen die Bemühungen allerdings ins Leere. Ordnungsamt und Polizei – nicht anwesend beim Bürgertermin – haben keine Handhabe, es gibt auch kein Schild, das auf Ruhezeiten verweisen könnte. Bisher wurde auch noch keine öffentliche Toilette in der Eintrachtstraße aufgebaut, wie es Stadtplaner Adrian Mork nach Fertigstellung der Bahnhofstraße vorgesehen hatte.

Mehrere Gruppen

Besonders problematisch im Hinblick auf das Treiben im Stadtpark ist die Tatsache, dass es nicht nur eine Gruppe gibt. Wer wohl die meiste Randale veranstaltet, sind offenbar Menschen von auswärts, die auch mit den Streetworkern nicht so vertraut sind wie die „Alteingesessenen“. Generell fühlen sich, so stellt es sich beim Ortstermin im Stadtpark heraus, viele Bürger von der Politik verlassen. Es hätte sich bisher viel zu wenig getan.

Güterhalle im Fokus

Wird sich das ändern? Kurzfristig wohl kaum. Gleichwohl wolle die Politik nun praktikable Lösungen finden, betonte Bianca Dausend, die das Bürgergespräch moderierte. Ein Lösungsansatz wäre die Nutzung der ehemaligen Güterhalle an der Margot-Röttger-Rath-Straße in Bahnhofsnähe. Konkrete Planungen liegen jedoch noch nicht vor. Dort könnte aber die Stadtparkt-Szene eine Anlaufstelle finden. Ob sich dort allerdings auch die auswärtigen Trinker einfinden möchten, kann bezweifelt werden.

Projektgruppe

Mit der aktuellen Situation im Stadtpark wird sich demnächst erneut die eigens zu diesem Thema im Jahre 2016 durch den Generationenausschuss ins Leben gerufene Projektgruppe beschäftigen. Bürgermeister Dimitrios Axourgos hat den zuständigen Ersten Beigeordneten Hans-Georg Winkler mit der Einberufung und Terminierung des Gremiums beauftragt, das aber erst nach der am 13. September stattfindenden, öffentlichen Sitzung des Generationenausschuss (Rathaus, Raum 405, 17 Uhr) zusammen treten wird.

„Wichtige Impulse vertiefen“

In der Sitzung des Generationenausschuss ist ein Bericht des Vereins für Soziale Integrationshilfen (VSI) zu dem Thema vorgesehen. „Wichtige Impulse aus dem Generationenausschuss können dann in der Projektgruppe vertieft werden“, sagt Erster Beigeordneter Hans-Georg Winkler.

Nach dem Beschluss des Generationenausschusses gehören dem Gremium Vertreterinnen und Vertreter von Polizei, Ordnungsamt, Anonyme Drogenberatung, Jugendamt, VSI, Stadtentwicklung und Arbeitsamt an.

Das nächste Bürgertreffen im Stadtpark findet erst wieder im nächsten Jahr nach den Sommerferien statt.