Argentinien im Herzen: „Eine einzigartige Erfahrung“

Die 18-jährige Schwerterin Hella Horstendahl - hier mit einigen der von ihnen betreuten Kinder - lebte drei Monate in Nordargentinien. Dort arbeitete sie im kleinen Ort Garupá unweit der Grenze zu Paraguay, wo das Kinderhilfswerk Louisa eine Kinderbetreuungsstätte und eine Gemeinschaftsküche betreibt. (Foto: privat)

Schwerte. (NO) Aus subtropischen Regionen in den heimischen Herbst: Die ehemalige RTG-Schülerin Hella Horstendahl ist wieder in Schwerte. Drei Monate verbrachte sie im kleinen Ort Garupá in Misiónes, Argentiniens nordöstlichster Provinz. Möglich gemacht hat den Arbeitsaufenthalt Ester Grulke, die dort geborene Gründerin des Kinderhilfsvereins Louisa.

Zwar betrug der Zeitunterschied nur fünf Stunden, doch brauchte die ehemalige RTG-Schülerin einige Zeit, um sich wieder einzugewöhnen – nicht nur klimatisch. Denn schließlich war es der erste, längere Auslandsaufenthalt für die junge Schwerterin. Doch gute Spanischkenntnisse und die Bereitschaft, sich auf das neue Umfeld und eine andere Lebensart einzulassen, machten die Zeit in Argentinien für sie zu einem einzigartigen Erlebnis.

Nach dem Flug Frankfurt – Buenos Aires ging es rund 1100 Kilometer in den Norden. „Eine anstrengende Reise“, so Hella Horstendahl. Angekommen in Garupá, galt es zunächst, das neue Lebensumfeld zu sondieren. In der dortigen Kinderbetreuungsstätte und in der Gemeinschaftsküche wartete Arbeit auf den Neuzugang aus Deutschland. Für sie stand ein eigenes Zimmer – sogar mit Bad- zur Verfügung.

Offenheit und Herzlichkeit von Kindern und Erwachsenen machten das Eingewöhnen leicht, auch das Klima erwies sich trotz einiger Schwankungen als erträglich. „Mal Sonne mit 34 Grad, mal Regen und Gewitter – abwechslungsreich.“ Früher allerdings, das weiß auch Ester Grulke, war das Wetter beständiger. Das Klima hat sich offenbar auch in Misiónes geändert. Nicht zuletzt durch Staudammprojekt „Yacyretá“ am Parana, dem Grenzfluss zwischen Argentinien und Paraguay, ist deutlich mehr Feuchtigkeit in der Luft.

Spielen, basteln, malen, beim Mittagessen helfen – das gehörte zu den Aufgaben der jungen Schwerterin in Garupá. Viele neue Freunde hat sie in Argentinien gefunden, wurde oft auch eingeladen – und lernte unter anderem, Mate zu trinken, ein landestypische, teeähnliche Spezialität. Mate zu allen Tageszeiten und in allen Lebenslagen – das gehört dort einfach dazu. Das Essen hingegen bot wenig Neues: „Es war einfach, überhaupt nicht exotisch, eher bodenständig und ziemlich fleischlastig – aber immer lecker“. Gewöhnungsbedürftig war allerdings die Lebensart der Bevölkerung, die es nicht so hat mit Pünktlichkeit. Doch wer lernt, alles etwas gelassener angehen zu lassen, kann in Argentinien eine gute Zeit haben.

Zwischendurch war immer mal Zeit für Ausflüge – so nach St. Ignacio, den Ruinen einer von Jesuiten gegründeten Ansiedlung, nach Paraguay und natürlich auch nach Iguazú, den größten Wasserfällen der Welt an der brasilianischen Grenze. „Sagenhaft!“ ist Hella Hostendahl auch jetzt noch beindruckt.

Und schließlich konnte der Gast aus der Ruhrstadt auch ihren 18. Geburtstag in Argentinien feiern – gemeinsam mit 30 Freunden, Asado, Musik und Tanz.

Und jetzt also wieder Schwerte. Herbst. Gern denkt Hella Horstendahl an ihre drei Monate in Garupá zurück, wenn Nieselregen über die Ruhr zieht. Über What´sApp hält sie Kontakt zu ihren neuen Freunden im fernem Nordargentinien. Würde sie gerne wieder dorthin? „Auf jeden Fall!“, ist sich die 18-Jährige sicher.