Auf dem Weg zum palliativen Netzwerk für Schwerte

palliatives Netzwerk Schwerte
ranziska Kopitzsch: „Netzwerkarbeit braucht engagierte Menschen“. (Foto: Helmut Bernhardt)

Schwerte. Schwerte hat gute Chancen zur Gründung eines palliativen Netzwerks zur Betreuung Schwerstkranker und Sterbender. Dies ist das Ergebnis einer Auftaktveranstaltung am vergangenen Samstag im Rathaus. Nun soll am 23. Januar ab 18 Uhr an selber Stelle versucht werden, die passenden Organisationsformen zu finden, um alle Betroffenen ortsnah optimal zu versorgen. Eingeladen sind auch dann alle an dieser Arbeit Interessierten.

Auf breite Zustimmung stieß im Bürgersaal des Rathauses das „Offene Forum – Palliatives Netzwerk für Schwerte“, zu dem Dr. Dorothee Koch, Vorstandsbeauftragte für die Hospiz-Akademie Schwerte anlässlich des Welthospiztages am 13. Oktober eingeladen hatte. Zu Beginn der Veranstaltung nahm Dr. Ludger Wolfgart, Vorsitzender der Hospiz-Initiative Schwerte e.V., die rund 70 Gäste mit auf eine virtuelle Reise, deren Ziel es war, „ganz Schwerte und seine Umgebung in den Blick zu nehmen“.

Diese Reise beschrieb denn auch die gemeinsame Aufgabe, mit der sich das Offene Forum beschäftigte: sich vom traditionellen Engagement in der palliativen Arbeit zu lösen und die Frage zu beantworten, wie palliative Arbeit in Schwerte aufgestellt sein müsste. „Es geht hier und heute um ein palliatives Netzwerk für Schwerte, um bestens miteinander verbundene Hilfen für Sterbende und ihre Zugehörigen.“

Der Schwerter Bürgermeister Dimitrios Axourgos, der die Schirmherrschaft für diese Tagung übernommen hatte, bestärkte diese Forderung. „Wir benötigen einen zügigen Ausbau der vielfältigen Möglichkeiten von Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizbegleitung. Dafür ist ein flächendeckendes Netzwerk ambulanter und stationärer Angebote notwendig.“

In ihrem Fachvortrag zeigte Franziska Kopitzsch, Leiterin der Berliner Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland, die Notwendigkeit einer umfassenden Vernetzung aller in diesem Bereich Tätigen für eine gelingende Versorgung und Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen auf. Der Aufbau eines solchen Netzwerkes brauche den langen Atem engagierter Menschen und entsprechende Rahmenbedingungen.

Sie begrüßte es sehr, dass die Initiatoren des offenen Forums von Beginn an auch die Unterstützung sowohl der Schwerter Landtagsabgeordneten Susanne Schneider (FDP) als auch der Schwerter Politik hätten. Bianca Dausend (CDU) und Angelika Schröder (SPD) zeigten sich wie viele Gäste von der Notwendigkeit eines palliativen Netzwerkes für Schwerte überzeugt.

In der anschließenden, von Gabriele Stange, Referentin des Bürgermeisters, moderierten Diskussion, in der es um die Frage des weiteren Vorgehens und der zu schaffenden Strukturen ging, kamen viele Stimmen zu Wort. Sie belegten eindrücklich, dass Teile des zu gründenden Netzwerkes bereits bestehen, machten aber auch den Wunsch nach Kooperation in einem Netzwerk deutlich. „Informieren, kommunizieren und organisieren“, unter diesen Stichworten lässt sich die Diskussion zusammenfassen.

Mit der Unterzeichnung der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ und der „EAPC Madrid Charta zum Ehrenamt in Hospiz und Palliative Care“ als verbindlichen Werterahmen für ein palliatives Netzwerk für Schwerte endete die Veranstaltung – und mit der Verabredung, ab dem 23. Januar weiterzuarbeiten.