Aus der Winterhölle ins Bootcamp der Marines: Mudbusters lassen sich nicht weichkochen

Und wieder eine Herausforderung überstanden: Die „Mudbusters“ nach dem „Getting Tough“, dem ultraharten OCR-Hindernislauf in Rudolstadt/Thüringen. In der Mitte die beiden Schwerter Extremsportler Michael Lotte und Patrick Sütherin. (Foto: privat)

Schwerte. (NO) Und wieder rein in die Schlammgrube. Laufen, hangeln, Barrikaden überwinden, Säcke schleppen, weiter, weiter, weiter – und alles in nassen Klamotten. Die Temperatur etwas über Null. „Fünf, sechs Grad, das geht doch noch“, findet Michael Lotte, einer der Schwerter Mudbusters.
Im Dezember hat er mit seinem Kumpel Patrick Süthering den „Getting Tough“ in Rudolstadt/Thüringen durchgezogen. „Die Hölle von Rudolstadt“ gilt als eine der härtesten Herausforderungen in der OCR-Szene. Wobei es Patrick diesmal ruhiger angehen ließ und als Support-Begleiter in der „Ghost Squad“ in Aktion trat. Aber demnächst will er wieder bis an die Grenzen gehen. Und auch etwas darüber hinaus.

OCR boomt

Wie bereits im Wochenkurier berichtet, drehen Grundschullehrer Patrick Süthering und Papiermacher Michael Lotte mit 40 Jahren nochmal so richtig auf. Ihre Leidenschaft: OCR – Obstacle Course Racing, ein Extrem-Hindernislauf, der seinen Ursprung in der militärischen Ausbildung hat. Die Herausforderungen können gar nicht hart genug sein, die Veranstalter tun alles, die Teilnehmer regelrecht „platt“ zu machen. Bei Michael und Patrick hat das allerdings noch keiner geschafft. Sie haben immer „gefinished“, sind ins Ziel gekommen. Und nur das zählt.

Mudbusters

Beide gehören den 2016 gegründeten „Mudbusters“ an. Das ist etwa 30-köpfige Extremsportgruppe mit Mitgliedern aus dem ganzen Bundesgebiet, die bei OCR-Veranstaltungen deutschland- und europaweit in Aktion tritt. Diese Sportart – wenn denn von Sport noch die Rede sein kann – boomt, auch vor Ort gibt es immer mehr Interessierte. Mittlerweile sind Patrick und Michael „Regionalbeauftragte“ für den Bereich Westdeutschland / Ruhrgebiet.
Doch zurück zum „Getting Tough“. „Schon am Vorabend gab es einen Muntermacher, den ‚Sprint at Night‘“, grinst Patrick Sütherin. „800 Meter Hindernislauf in der Dunkelheit, auch nicht schlecht…“

Hauptsache extrem

Dann beim „Getting Tough“ das volle Programm. Start – und sofort rein in den Wassergraben, hangeln, durch den Schlamm robben, klettern und zwischendurch mal wieder Sandsäcke schleppen. 1200 Höhenmeter waren dabei zu überwinden. Nass bis auf die Knochen. „Und am Schluss dann das ultimative ‚Killing Field‘, da hat der Veranstalter nochmal alles aufgeboten, was es an Schikanen gibt“, sagt Michael Lotte.

Weiter geht‘s

Doch schon warten die nächsten Herausforderungen auf die beiden Extremsportler. Schon am 21. Januar steht die „Winter Hell“ am Nürburgring – 24 Kilometer, rund 35 Hindernisse – auf dem Programm. Und dann geht’s am 2. März weiter zum „Celtic Warrior“, dem härtesten Lauf Österreichs mit einer 50-Kilometer-Strecke und Schikanen vom Feinsten. Im Mai wartet dann das „Mudmasters“-Spektakel in Weeze auf die beiden Schwerter. Dort werden 42 Kilometer zu überwinden sein.
Auf diesen Einsatz freut sich Patrick ganz besonders: „Da läuft erstmals meine achtjährige Tochter mit, beim ‚Kids Run‘!“ Voll durch den Schlamm. Macht bestimmt Spaß.

Bei den Marines

Die Extreme nehmen kein Ende. OCR-Veranstaltungen gibt es mittlerweile jeden Monat, fast immer sind Michael Lotte und Patrick Süthering dabei. Ebenfalls ziemlich hart dürfte Ende Mai das Bootcamp „Meet the Marines“ werden. Ehemalige Ausbilder der US-Marines freuen sich schon darauf, die Teilnehmer in die Mangel zu nehmen.
Am heutigen Samstag jedoch lassen es Patrick und Michael noch vergleichsweise locker angehen – beim „Crosstrails“-Event in Bochum. Man gönnt sich ja sonst nichts.

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