Beifuß und Gans – das weihnachtliche Traumpaar

Wochenkurier Kräutergarten
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Von Helga Rietig

Beifuß (Artemisia vulgaris) ist eine unscheinbare Heilpflanze. Obwohl sie auf allen nährstoffreichen Böden wuchert, Wegränder oder unbebaute Plätzen belebt, bleibt sie dennoch oft unbeachtet. Beifuß macht auf den ersten Blick einen unattraktiven Eindruck: Die Blätter sind tief gesägt und von dunkelgrün-grauer Farbe. Selbst die Blüten sind kaum als solche erkennbar, denn sie sind unauffällig und fast farblos.

Aber für unsere Vorfahren hatte Beifuß eine große Bedeutung. Die Germanen verehrten Beifuß beispielsweise als heilige, schützende Pflanze Wotans. Römer bauten Beifuß entlang ihrer Heerstraße an, um Soldaten und Reisenden eine leicht greifbare Heilanwendung zu ermöglichen. Beifuß wurde z.B. um die Füße gebunden und half so gegen Erschöpfung und müde Füße.

Das Kraut wurde nicht nur bei Vergiftungen oder Bissen von Tieren aller Art eingesetzt, sondern auch vorbeugend gegen wilde Tiere und sogar wegen seiner ätherischen Öle gegen Sonnenstich.

Wir verwenden Beifuß heute eher als Gewürzkraut. Fettige Fleisch- und Weihnachtsgerichte, wie zum Beispiel die Weihnachtsgans, Eierspeisen und Kräuterbutter werden durch Beifuß leichter verdaulich, weil Beifuß das Leber-Galle-System und damit die Fettverdauung unterstützt.

Beifuß kann aber auch gegen Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden und Unwohlsein in den Wechseljahren, Übelkeit, Unruhe, Nervosität, und Schlafstörungen eingesetzt werden, da Beifuß entkrampfend, beruhigend und durchblutungsfördernd wirkt.

Durch seine ätherischen Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, die unter andererem das Immunsystem stärken, Kampferöl und Inulin, ein geheimer Schlankmacher, kann Beifuß aber noch mehr. Er wirkt desinfizierend, antibakteriell, antimykotisch und sogar wehentreibend. Deshalb sollten Schwangere Beifuß meiden, damit es nicht zu einer Frühgeburt kommt.

Beifuß stand mit seinen aromatisch duftenden Samen noch bis Anfang Dezember hinter der Rohrmeisterei.