Brandmeisterin bei der Feuerwehr: Der richtige Job für Anja Mohri

Seit 2016 ist Anja Mohri Brandmeisterin bei der Schwerter Feuerwehr. Sie schätzt ihren vielseitigen Aktionsbereich und hat ihre Entscheidung „noch zu keiner Zeit bereut“. (Foto: NO)

Schwerte. (NO) Schwerer Lkw-Unfall am Montag auf der A1 und der letzte größere Einsatz für Anja Mohri. Drei Stunden lang leistete sie dem im schwer demolierten Fahrerhaus eingeklemmten Unfallverursacher – er war mit seinem Fahrzeug ins Stauende hineingeknallt – medizinischen und psychologischen Beistand, bis er befreit werden konnte. Nur sie war schmal genug, um zum Verletzten vordringen zu können. Also mal wieder der passende Job für die 33-Jährige.

Die gebürtige Sächsin Anja Mohri ist Rettungsassistentin und hauptamtliche Brandmeisterin bei der Schwerter Feuerwehr. Heutzutage eigentlich kein Thema mehr. Aber: Die „Truppe“ könnte durchaus mehr Frauen gebrauchen. Von den insgesamt 207 Einsatzkräften sind nur 15 weiblich. In der 62 Personen zählenden Jugendfeuerwehr sind – immerhin – elf junge Frauen aktiv. In der hauptamtlichen Wache sind nur zwei Frauen tätig: Petra Riße und eben Anja Mohri, die 2016 Brandmeisterin wurde.

Am richtigen Platz

Mohri – ihr Mann ist auch bei der Feuerwehr, sie haben zwei Kinder und wohnen in Wuppertal – absolvierte schon mit 18 Jahren eine Ausbildung als Rettungsassistentin, kam dabei mit der Feuerwehr in Kontakt und war schnell sicher: „Da möchte ich auch hin. Nachdem ich mit den Einstellungsvoraussetzungen vertraut gemacht und die notwendige Fitness erlangt habe – ohne Schwimm- und Lauftraining geht gar nichts! – fühlte ich mich bereit. Ich habe es zu keiner Zeit bereut.“

Mehr Frauen für die Feuerwehr

Für die Schwerter Gleichstellungsbeauftragte Birgit Wippermann ist Anja Mohri das beste Beispiel, dass Frauen in der Feuerwehr eine Zukunft haben – und dass Familie und Beruf trotz Schichtdienst zu vereinbaren sind. Sie nutzt den Start der Bewerbungsphase, um Frauen für die örtliche Feuerwehr zu begeistern – ob im hauptamtlichen oder freiwilligen Dienst.
Feuerwehrleiter Wilhelm Müller sagt, was die künftigen Brandmeisteranwärter und –anwärterinnen während der Ausbildung erleben: „18 Monate sind sie in einer benachbarten Berufsfeuerwehr im Einsatz. Sie schließen mit der Laufbahnprüfung ab. Darin enthalten ist auch die Ausbildung zum Rettungssanitäter oder zur Rettungssanitäterin. In den Bereichen Rettungsdienst, technische Hilfeleistungen, Brandbekämpfung und Katastrophenschutz leiten auch Feuerwehrfrauen einen unverzichtbaren Dienst!“

Infos und Bewerbung

Über die Voraussetzungen informiert die Stadt Schwerte in der Ausschreibung im Internet unter http://stadt.schwerte.de/verwaltung/anliegen-von-a-z/dienstleistung/show/ausbildung. Zum 1. April 2019 stellt die Stadt Schwerte wieder zwei Brandmeisterinnen oder Bandmeister ein. Bis zum 28. August können die Bewerbungsunterlagen an folgende Adresse geschickt werden: Stadt Schwerte, Der Bürgermeister, Hansestadt an der Ruhr, Verwaltungsservice/Personal, Postfach 1729, 58212 Schwerte. Für weitere Informationen steht Feuerwehrchef Wilhelm Müller unter Tel. 02304 / 932230 zur Verfügung.