Brandwachen sichern Schulbetrieb in Ergste

Schwerte. Ab dem heutigen Mittwoch ist die Nutzung des Gebäudes der Evangelischen Grundschule am Derkmannsstück für den Schulbetrieb nachhaltig gesichert, teilt die Stadt Schwerte mit. Dies wird nach einer Übereinkunft der beteiligten Bereiche im Rathaus – Bauordnung, Zentrales Immobilienmanagement; Baubetriebshof und Feuerwehr – wie folgt sichergestellt:

Die mangelnde Nutzbarkeit der Fluchtrettungstürme wird durch drei permanent gleichzeitig anwesende Brandwachen zur Zeit des Schulbetriebs solange dauerhaft kompensiert, bis die Fluchtrettungstürme fertiggestellt sind. Die Bauaufsichtsbehörde hatte für Dienstag, 10. April, die Nutzung des Schulgebäudes vorübergehend untersagt, weil die Fluchtrettungstürme nicht rechtzeitig zum Beginn des Unterrichts nach den Osterferien am Montag fertiggestellt waren. Dadurch konnte der Brandschutz nicht gewährleistet werden.

Alle Bauarbeiten mit einem erhöhten Gefährdungspotenzial hinsichtlich einer möglichen Brandentwicklung, insbesondere das Aufbringen von Schweißbahnen, werden solange ausgesetzt, bis die Fluchtrettungstürme abschließend fertiggestellt sind.

Die Lehrerschaft wird durch die Feuerwehr in Hinblick auf die neue Rettungssituation entsprechend geschult. Diese Maßnahmen bleiben für die gesamte Dauer der Restarbeiten an den Fluchtrettungstürmen bestehen, unabhängig davon, wie lange diese noch dauern. Die festgelegten Maßnahmen werden von einem externen Brandschutzsachverständigen ausdrücklich unterstützt und befürwortet.

Warum wurden die Türme nicht fertig?

Dass die Fluchtrettungstürme, die an das Bestandsgebäude angebaut werden mussten, nicht rechtzeitig fertig wurden, hat mehrere Gründe: Zunächst fand sich bei der Auftragsvergabe im Sommer 2017 kein Anbieter, und die Gewerke mussten erneut ausgeschrieben werden. Wegen der damit verbundenen Verzögerung konnten die Arbeiten erst im Winter starten, wobei zwischen Fassade und Türme erst noch ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht wurde. Dazu mussten aus technischen Gründen Temperaturen über dem Gefrierpunkt abgewartet werden.

Stadt verspricht Aufarbeitung

Entgegen ursprünglicher Zusicherung des beauftragten Unternehmens und dem noch in der vorigen Woche bei einer Ortsbesichtigung vor Ostern bei den Fachingenieuren der Stadtverwaltung entstandenen Eindruck, kam es jedoch nicht zu der endgültigen rechtzeitigen vorgesehenen Beendigung der Baumaßnahme zum Ferienende. Um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten, verfügte die Bauaufsichtsbehörde für Dienstag die Nutzungsuntersagung, die heute (Mittwoch) jedoch wieder aufgehoben ist.

Die Stadt Schwerte bedauert die bei Eltern, Lehrern und Kindern entstandenen Unannehmlichkeiten und verspricht, den Prozess intern umfassend aufzuarbeiten.

Lesen Sie dazu auch die Stellungnahme der SDP-Fraktionsvorsitzenden Angelika Schröder.

SPD-Fraktion fordert ein geordnetes Prozessmanagement

Angelika Schröder nimmt wie folgt Stellung zum Debakel an der Ergster Grundschule:

„Die Ereignisse um die Ergster Grundschule beweisen nun endgültig die Notwendigkeit von frischem Wind für die Verwaltung der Stadt Schwerte. Wie erklärt sich eine Bauabnahme bei bereits laufendem Betrieb einer Schule, wo noch festgestellt wird, dass Mängel bei der Einhaltung der Brandschutzverordnung bestehen? Leidtragende sind in diesem Fall die Kinder und deren Eltern.

Das Schulgebäude am Derkmannstück wurde gegen die Stimmen der SPD-Fraktion als neuer Standort für die Ergster Grundschule beschlossen. Die damaligen Befürchtungen der SPD haben sich nun leider auch bestätigt. Der Umbau des Gebäudes ist nachweislich teurer geworden als geplant, Termine wurden nicht eingehalten und weitere Kosten sind nun durch die Fehlplanung zu erwarten. Derartiges haben wir in den letzten Jahren bei fast jedem Bauprojekt feststellen müssen.

Um jetzt proaktiv zu agieren, fordert die SPD-Fraktion die Aufnahme von Gesprächen zur Einrichtung eines Geschäfts-Prozessmanagement, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen und ein qualitätsorientiertes Arbeiten (Qualitätsmanagement) sicher gestellt wird; dies insbesondere auch vor dem Hintergrund des Umbaus bzw. der Renovierung des Rathauses I.

Unabhängig von dieser Mittel-Langfristmaßnahme erwartet die SPD von der Verwaltung sofort die Lösung zur Weiterbeschulung der Ergster Grundschüler/innen.“