Burgenbau im Kleinformat

Do.-Holzen. (NO) Auf Schritt und Tritt begegnet man in unserer Region der Geschichte – in Form von Burgen und Schlössern beispielsweise. Ferdinand Ziese hat etliche der alten Gemäuer auf Miniformat gebracht. Nicht nur zur persönlichen Erbauung, sondern als Anschauungsmaterial für den Geschichtsunterricht. Zuletzt ist Haus Husen als Modell wiedererstanden.

Erlebnis Geschichte

Viele Tore führen in die Geschichte! Der Heimatfreund und -forscher Ferdinand Ziese - unter anderem bekannt als Zauberer Merlin und Räuberhauptmann Mohr - hat alte Burgen und Schlösser der heimischen Region mit einfachen Mitteln als Modelle nachgebaut. Links die Mini-Version von Haus Husen, rechts Haus Wandhofen. (Foto: Norbert Fendler)

Allerorten kennt man den umtriebigen Heimatfreund Ferdinand Ziese. Früher Einzelhandelskaufmann, Feuerwehrmann und selbständiger Brandkundiger, musste der 57-Jährige aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand gehen. Obwohl diese Bezeichnung für Ziese nicht zutrifft – denn der Geschichtsforscher hat einen vollen Terminkalender. Sein Anliegen: Die Historie vor Ort erlebbar zu machen. Auch Schulkinder lassen sich von der Faszination Geschichte gerne anstecken.

Was einst ein Hobby gewesen sein mag, ist längst Berufung geworden. Seit elf Jahren ist Ferdinand Ziese Mitglied im Heimatverein Holzen und hat sich dort als Übungsleiter für Erlebnispädagogik einen Namen gemacht. In engagierter Zusammenarbeit mit dem 1. Vorsitzenden Uwe Peschke und Übungsleiterin Doris Peschke wurden bereits etliche „Zeitreisen“ verwirklicht. (Dass Ziese zudem Mitglied im SGV vor Ort und dort Wegewart ist, der Syburger Innovations Gruppe (SIG) angehört und sich zudem für das Magazin „Aktive Senioren“ engagiert, sei hier nur am Rande erwähnt).

Merlin und Mohr

Bekannt und beliebt ist der Heimatkundler nicht nur durch seine Schnade- und Ortsrundgänge, sondern auch im Gewand des Zauberers Merlin, wenn er im Auftrag des Heimatvereins Holzen gerade junge Teilnehmer mit märchenhaften Führungen bezaubert. Fackelführungen mit Sternenkunde und sein Auftritt als Räuberhauptmann Mohr dürften ebenso vielen Geschichtsinteressierten im Gedächtnis geblieben sein.

Sperrholz und Pappe

Alte Zeiten erfahrbar machen – das möchte Ferdinand Ziese auch mit dem Burgenbau im Kleinformat. Mittlerweile 18 „alte Gemäuer“ hat er mittlerweile als Modelle nachgebaut, so unter anderem das Haus Ruhr, das heute die Ruhrakademie beheimatet, Haus Wandhofen oder die Ruine Hohensyburg. „Unsere heimische Region ist voller Zeugnisse der Vergangenheit“, freut sich der Heimatforscher. „Es braucht nur einen Anstoß, um Groß und Klein für die Faszination Geschichte zu gewinnen!“

Die Mini-Burgen sind aus einfachen Materialen hergestellt: Sperrholzreste vom Baumarkt, Pappe, da und dort Zubehör aus dem Eisenbahn-Modellbaukasten. Beim Anmalen kommt bisweilen etwas Fantasie dazu, ansonsten ist Ziese um Echtheit bemüht. „Die Modelle sind nach Zeichnungen proportionsgerecht nachgebaut!“ Und sind durchaus unterrichtstauglich. Das Haus Husen beispielsweise, dessen Gründung ins 8. Jahrhundert zurückreicht, war vor Ausbau und Nutzung durch die Pfadfinder in alter, alter Zeit eine so genannte „Hochmotte“, ein dachloser Befestigungsbau mit innen liegenden Wehrgängen, eine von drei Anlagen dieser Art im Ruhrtal. Jetzt gibt Haus Husen als Modell anschaulich Zeugnis von der Vergangenheit. Neben den vielen anderen Miniatur-Nachbauten, die auch schon da und dort ausgestellt wurden. Diese Art Geschichtsunterricht unterstützt auch Irmgard Möckel, Leiterin der Eintracht-Grundschule Holzen. Ein Modell aus seiner Sammlung hat ihr Ferdinand Ziese gern zur Verfügung gestellt.