„Casanostra“ – unser Haus

Hoffen auf Interessierte für das neue Schwerter Gemeinschafts-Bauprojekt „Casanostra“ (v.l.): Ingrid Roth-Bussmann, Elisabeth Jacobs, Udo Bussmann und Anke Skupin. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (Red.) Dem namenlosen Nebeneinander wollen sie verlässliche Nachbarschaft entgegensetzen, die Sprachlosigkeit der Generationen überwinden. „Casanostra“ heißt das Schwerter Wohnprojekt, in dem neun Frauen und Männer ein gemeinsames Zuhause in der Innenstadt anvisieren. Jetzt wird‘s konkret: Die Pläne für einen Neubau in der Haselackstraße nehmen Formen an. Nun werden noch Leute gesucht, die mitplanen und -bauen wollen.

Idealer Standort

Lange hat die Gruppe nach einem Grundstück im Herzen der Stadt Ausschau gehalten. Jetzt hat man auf dem rückwärtigen Teil des Volksbank-Parkplatzes einen idealen Standort gefunden. Zur Fußgängerzone sind es nur einige Meter, die Straße ist ruhig. Große Bäume, von denen „Casanostra“ so viele wie möglich erhalten möchte, erlauben das Wohnen im Grünen.

Eigentumswohnungen

Hier sind zwölf Eigentumswohnungen geplant in einem Haus mit zwei Flügeln, drei Etagen plus Staffelgeschoss und Tiefgarage. Raum für das Miteinander bieten ein Gemeinschaftsraum, der das Projekt auch ins Quartier öffnen soll, gemeinsame Außenflächen und Galerien. All dies will das gemütliche Schwätzchen beim Kaffee vor den Wohnungstüren erlauben, aber nicht erzwingen. Dabei will die Gruppe ihr Projekt nicht überfrachten.

„Pflege im Alter können wir nicht leisten“, sagt die Casanostra-Vorsitzende Anke Skupin. „Aber ein Kasten Wasser für den kranken Nachbarn ist ebenso selbstverständlich wie gemeinsame Freizeitangebote. Und auch das Babyphon kann immer für einen Abend weitergereicht werden.“

Ziel: Mehrgenerationenhaus

Angepeilt ist ein Mehrgenerationenhaus. Die neun Frauen und Männer im Alter von 45 bis 68 Jahren halten deshalb jetzt vor allem (aber nicht nur) nach Familien mit Kindern oder Alleinerziehenden Ausschau, für die zum Beispiel noch drei Maisonettewohnungen bereitstünden.

Gemeinsame Planung

Hohe ökologische Standards – ein Anschluss an das geplante Blockheizkraftwerk ist im Gespräch – und eine barrierefreie Ausstattung sind selbstverständlich, aber gerade der gemeinsame Planungsprozess noch offener Fragen soll aus den Individuen eine Gruppe formen. „Und das hat bisher gut geklappt“, sagt der 2. Vorsitzende, Landesjugendpfarrer Udo Bußmann.

Fachleute im Boot

Damit ein so großes Projekt nicht aus dem Ruder läuft, hat man einschlägig erfahrenen Sachverstand von außen geholt. Die Raumplanerin Birgit Pohlmann moderiert, ein Finanzwächter behält das Budget des Projektes und der einzelnen Teilnehmer im Auge und das Architekturbüro Post und Welters steuert die Pläne bei. Unterstützung hat „Casanostra“, das nicht zuletzt im Hinblick auf die Bewältigung des demografischen Wandels Modellcharakter hat, auch bei der Stadt gefunden. Eine genehmigte Bauvoranfrage liegt vor. Wenn sich genügend Interessenten gefunden haben, will man das Grundstück von der Volksbank erwerben und möglichst bald mit dem Bau beginnen.

Infoveranstaltungen

Alle Interessenten – auch solche, die nicht exakt ins oben angesprochene Altersspektrum passen – lädt das Wohnprojekt „Casanostra“ am Mittwoch, 6. Juli 2011, von 18 bis 20 Uhr und am Sonntag, 10. Juli 2011, von 15 bis 17 Uhr zur Vorstellung seiner Pläne ins katholische Pfarrheim St. Marien an der Ecke Goethe-/Haselackstraße ein.