Chris Kramer & Beatbox’n’Blues: CD „Way Back Home“ erschienen

Schwerte. 2017 war ein aufregendes Jahr für das außergewöhnliche Trio Chris Kramer, Kevin O Neal und Sean Athens. Rund 80.000 Kilometer legten sie im Süden der USA – Tennessee, Mississippi, Alabama – mit dem Tourbus zurück. Wenn eine Band so viel reist, hat man anschließend viel zu erzählen – was im umfassenden Booklet auch ausführlich geschieht. Die Musik dazu ist jetzt auf der CD „Way Back Home“ zu hören – ein musikalisches Roadmovie!

Die Band ist zusammengewachsen! Kevin O Neal, inzwischen zweifacher Deutscher Beatboxmeister, gibt den Beat an und bereitet den Groove, auf dem sich die Solisten Chris Kramer und Sean Athens mit Mundharmonika- und Gitarrensoli nach Herzenslust ausbreiten können.

Das Ganze klingt so frisch und unverbraucht eigenständig, dass man direkt vom diesem Sound gefangen wird. Mit „Jukebox“ gibt es einen Funky-Blues als Opener, der von „Ain‘t nobody at home“ rockig abgelöst wird, bevor es mit „Beatbox ‘n‘ Boogie“ traditioneller zur Sache geht.

„Ashes to ashes“ ist die erste Ballade auf dem Album und zugleich das erste von insgesamt vier Stücken, bei dem Streicher das energiegeladene Trio unterstützen. Gänsehaut, die Erste! Sean Athens ist deutlich auf der Rockgitarre im Stile von Garry Moore und Joe Bonamassa zuhause, während Kevin O Neal tief im Hip-Hop verwurzelt ist.

Musikalisches Roadmovie

Zusammen mit dem heimischen Blues-Barden Chris Kramer bringen sie all ihre Stärken in die Songs ein und verstehen es, ihren ganz eigenen Sound-Cocktail anzurühren. Je nach Groove wird die Dosis ihrer Zutaten sorgfältig zusammengestellt, so dass sich auch nach mehrmaligem Hören immer weitere klangliche Überraschungen offenbaren.

Beim siebeneinhalb-minütigen „Go with The Flow“ lässt Sean Athens seine Finger über das Griffbrett seiner Stratoscaster fliegen und nimmt den Zuhörer mit in einen Roadmovie, von dem man nicht genug bekommt. Kramer und O Neal grooven dabei so eng zusammen, als hätten sie einen gemeinsamen Pulsschlag.

Kevin O Neal überzeugt mit seinem Rap-Gesang bei „Happy Birthday“ sowie „Hippin ‘n‘ Hoppin The Blues“ und bereichert durch unterschiedliche Soundeffekte diverse Intros- und Outros. Ob Vögel, Meeresrauschen oder den Sound einer alten Vinylplatte, der Mann beherrscht sein „Mundwerk“ einfach.

Auch zwei deutsche Titel

Die einzige Cover-Version ist der „Lawyer Clark Blues“ und stammt von Blues Pionier „Sleepy“ John Estes, dessen Leben und Werke die Drei in Brownsville, Tennessee kennengelernt haben. Zwei deutsche Titel gibt es auch auf dem Album. „Der Wolkenmacher“ beschreibt die Kindheit von Kramer im Ruhrgebiet und das Verhältnis zu seinem Vater.

Dieses sehr persönliche Statement ist zugleich ein emotionales Dokument über den Wandel des Ruhrgebietes, während „Erst hatt‘ ich kein Glück…“ sich mit der herrlichsten Nebensache der Welt, dem Fußball, beschäftigt und eher augenzwinkernd um die Ecke kommt.

Ein absolutes Highlight auf dem Silberling ist „Hot Summer Day“, bei dem Chris Kramer seine Stimme in tiefer Baritonlage, fast im Flüsterton, zum Klingen bringt. Hier wird er seinem Ruf als exzellenter Geschichtenerzähler mehr als gerecht. Es entstehen sofort die passenden Bilder im Kopf: Man fühlt sich, als sei man kurz hinter der mexikanischen Grenze in einem Quentin-Tarantino-Movie gelandet.

Bilder im Kopf entstehen

Genau das ist die Stärke des Albums: Bilder im Kopf entstehen zu lassen und das auf vielerlei Weise, denn diese CD „Way Back Home“ kommt stilistisch vielseitig daher und gibt ein breites musikalisches Spektrum von Blues über Tex-Mex, Rock, Funk, Hip-Hop und wunderschönen Balladen wieder, das (egal ob auf Englisch, Deutsch oder als Instrumental) wunderbare Geschichten erzählt.