Christel Münster bleibt in Schwerte unvergessen

Christel Münster: Ohne Streuselkuchen ging es nicht! (Foto: privat)

Christel Münster: Ohne Streuselkuchen ging es nicht! (Foto: privat)

Schwerte. Geschichten, Streuselkuchen, gute Laune – das fällt einem sofort zu Christel Münster ein. Seit Eröffnung des Erzählcafés im Herbst 2000 gehörte Christel Münster zum Team um den Arbeitskreis Schwerter Frauengeschichte(n) und war voller Elan noch beim 1. Schwerter Krippenweg 2015/2016 mit dabei. Das Schwerter Urgestein lebt nicht mehr. Die Beerdigung fand bereits vergangene Woche statt.

Sie konnte Geschichten erzählen
Christel Münster konnte Geschichten erzählen – auch nachzulesen in „Das Leben der Eisenbahner in Schwerte-Ost 1923 – 2000. Geboren 1936 im Rheinland, wurde die Kreinbergsiedlung in Schwerte-Ost nach dem Umzug der Familie ihre neue Heimat. Der Vater, er war Schlosser, hatte im Eisenbahnausbesserungswerk Arbeit gefunden. Die Familie lebte 1939 im Holstück 22 im heute denkmalgeschützten „Negerdorf“. Arbeit und Wohnen waren nah beieinander und Christel und ihre beiden Schwestern erlebten eine sorglose Kinderzeit.
Wer zur Mittagssirene schwarz vom Ruß der Dampfloks durch Tor 7 eilte, wohnte im „Negerdorf“, der am Reißbrett entstandenen, vorbildlichen Arbeitersiedlung. Große Gemüsegärten und Kaninchenställe gehörten hier ebenso zum Alltag, wie die „knappe Woche“ und der „Kreinberg“.
Christel Münster war 23 Jahre, als sie die Chefin der Wäscherei „Münster und Wiese“ wurde. Sie beschäftigte 16 Mitarbeiterinnen und leitete dieses Geschäft zusammen mit ihrer Schwester 33 Jahre lang. Dem Arbeitskreis Schwerter Frauengeschichten blieb sie bis zuletzt treu. Noch im November 2016 wurde ihr 80. Geburtstag gefeiert. Aus ihrem Nachlass wünschten sich die Arbeitskreis-Frauen zuerst ihr Streuselkuchenrezept.