Schwerte. (NO) Als die Helferschar um Eberhard Vickermann vor rund zwei Monaten ihre letzte Sammlung zugunsten des Aktionskreises Pater Beda durchführte, gab es unerwartete Hürden zu überwinden. „Der plötzliche Schneefall war eine Herausforderung“, sagt Organisator Vickermann rückblickend.

Doch die Aufgabe wurde von dem rund 70-köpfigen Team wieder mit Bravour gemeistert. Sechs volle Container mit Altpapier und ein mit Altkleidern gefüllter Lastwagen mit Hänger waren das Ergebnis der Wintersammlung zugunsten des Aktionskreises Pater Beda, dessen Erlös abermals armen Menschen in Nordbrasilien zu Gute kommt – ganz im Sinne des vor rund zweieinhalb Jahren verstorbenen Franziskanerpaters.

Von der Beda-Sammlung profitiert insbesondere das Kinder- und Jugendprojekt „Turma Do Flau“ in Recife. Von dort kam jetzt ein rührendes Dankesschreiben, gerichtet an alle Freunde, Helfer und nicht zuletzt Eberhard Vickermann, Bruder von Pater Beda und seit rund 50 Jahren Organisator der Sammlungen. Aber auch die vielen Schwerterinnen und Schwerter sowie „Umländer“, die seit Jahr und Tag ihr Sammelgut an die Straße stellen, dürfen sich vom Dankesschreiben angesprochen fühlen.

Hoffnung und neue Horizonte

„Warm anziehen. Sich aufwärmen, wenn es kalt ist. Erfreue sich, der traurig war und mit Papier und Stift in der Hand demjenigen dankt, der sich aus Liebe verschenkt“, heißt es einleitend in dem Brief aus Brasilien. Und weiter: „Mit diesen Worten beschreiben wir die Gefühle unserer Kinder und ihrer Familien jedes Mal, wenn wir Spenden erhalten, die Sie uns geschickt haben. Diesmal aus dem Erlös der Sammelaktion in ganz Schwerte. Es ist nicht gerade einfach, die harte Lebenswirklichkeit hier anzunehmen, die wir gerade erleben. Und dann, wenn es so aussieht, als würde die Entmutigung ein wenig von unserer Stärke nehmen, kommt Ihr mit allem guten Willen, um uns mit Hoffnung zu erfüllen und uns neue Horizonte zu geben. Vielen Dank für die Zuneigung und Verbundenheit.“

Das Schreiben wurde von der Ordensschwester Aurieta unterzeichnet, die das Jugend- und Kinderhilfsprojekt „Turma Do Flau“ in einem Armenviertel Recifes seit über 30 Jahren leitet, und schließt mit den Worten: „Danke, dass Ihr an einer besseren Zukunft für unsere Kinder mitbaut.“

Lebensperspektiven

Im Projekt werden etwa 300 Kinder und Jugendliche betreut, sie erhalten Wertschätzung, Zuneigung und nicht zuletzt Perspektiven für ein Leben jenseits von Kriminalität und Prostitution. Neben der schulischen Ausbildung und Nachhilfe wird musiziert und getanzt, zudem erwerben die Schützlinge Fertigkeiten in der Autowerkstatt, im Bereich Textilmalerei und Friseurhandwerk sowie Musik und können zudem auf dem projekteigenen Stück Land außerhalb der Stadt Rüstzeug für die Landwirtschaft erwerben. Außerdem gibt es für Familien einen Obst- und Gemüsegarten.

Nach dem Abschluss der berufsfördernden Kurse erhalten die Jugendlichen ein Zertifikat. Die meisten von ihnen haben in örtlichen Betrieben eine Anstellung bekommen. „Wir können sehen, dass die Hilfe, die mit unseren Sammlungen möglich wird, auf fruchtbaren Boden fällt“, freut sich Eberhard Vickermann.

Der 100. Einsatz

Am Samstag, 9. Juni, findet in Schwerte, Garenfeld und Teilen des Dortmunder Südens die 100. Altpapier- und Altkleidersammlung zugunsten des Aktionskreises Pater Beda und insbesondere für das Kinder- und Jugendhilfsprojekt in Recife statt. Ein eindrucksvolles Jubiläum, auf das das engagierte Team um Organisator Eberhard Vickermann stolz sein kann.