„Das Fest“ enthüllt im Theater am Fluss unterdrückte Familiengeheimnisse

Familienoberhaupt Helge (Tom Schulze

Familienoberhaupt Helge (Tom Schulze, Mitte) und Sohn Christian (Michael Rotthowe) teilen ein schreckliches Familiengeheimnis. (Foto: T.a.F.)

Schwerte. Mit dem Schauspiel „Das Fest“ von Thomas Vinterberg kommt ein bewegendes Familiendrama auf die Bühne des Theaters am Fluss. Unter der Regie von Sylvia Guse und Sven Möller hat das Stück am Freitag, 28. April, um 19.30 Uhr im Theater am Fluss (Theaterhalle oberhalb der Rohrmeisterei) Premiere. Weitere Vorstellungen finden am 30. April sowie am 1., 2., 5., 6. und 7. Mai zur gleichen Zeit statt.
Auf dem Landsitz der Familie Klingenfeld-Hansen ist Feststimmung angesagt: Helge, Hotelier und Patriarch der Familie, wird 60 Jahre alt! Zum Ehrentag sind neben Freunden auch drei seiner Kinder mit Anhang angereist. So sehr man sich auch bemüht – eine heitere Feierstimmung kommt nicht auf. Und über allem schwebt der erst seit kurzem zurückliegende Selbstmord der Tochter Linda. Christian, Helges ältester Sohn, auf den er sehr stolz ist, wird eine der Festreden für ihn halten. Doch die Rede verläuft anders, als Helge sich das vorgestellt hat: Lang unterdrückte Familiengeheimnisse werden enthüllt, die ihn in ein sehr schlechtes Licht rücken. Das Fest nimmt eine verhängnisvolle Wendung…
„Das Fest“ machte zunächst Mitte der 1990er Jahre als dänischer Film Furore. Danach wurde die Geschichte von zahlreichen Theatern erfolgreich für die Bühne adaptiert und ist inzwischen zu einem viel gespielten modernen Klassiker geworden.
Das Stück behandelt das Thema des sexuellen Missbrauchs in der Familie und stellt einen hohen Anspruch an Regie und Darsteller-Ensemble.
Sylvia Guse: „Als Regisseure stellten wir von vornherein fest, dass dieses Stück eine große Herausforderung werden wird. Will man dieses Drama auf die Bühne bringen, kommt man um eine Auseinandersetzung mit der eigenen Familie und deren (Verdrängungs-)Mechanismen nicht herum. Und das gilt gleichermaßen für Regisseur und Darsteller.“
Während der Probenarbeit stellte sich auch heraus, dass der Text des Stückes sehr viele Angebote für einen humorvollen Umgang mit ihm macht.
Sven Möller: „Es stellte sich die Frage nach einer Grenze, also wie viel Humor darf man zulassen, um dem schweren und tragischen Anteil des Stückes nicht acht- und respektlos zu begegnen? Denn in der Tat bedingt das Eine das Andere, macht die ganze Tragödie erst in vollem Maße sichtbar. Es wird, wie eine Darstellerin es ausdrückte, eine Achterbahnfahrt der Gefühle.“
Karten kosten 9, ermäßigt 5 Euro. Der Verkauf findet in der Ruhrtal-Buchhandlung statt. Reservierung sind nur über tickets@theateramfluss.de möglich.