Der Geist von „Caravan NEXT“

Caravan NEXT in Schwerte
(Foto: Veranstalter)

Schwerte. „Caravan NEXT ist tot. Es lebe die Karawane!“, so schallte es durch die Kneipe auf der Heide. Simon von Oppeln-Bronikowski, Ana Patricia Marioli und Christoph Falke, Theatermacher und künstlerisches Team des europäischen Theaterprojekts „Caravan NEXT“, hatten einen mediterranen Eintopf aufgetischt, und auf vier erfolgreiche, schöne und poetische Jahre zurückgeblickt.

„Caravan NEXT: Feed the future – Art moving cities“ war ein EU-gefördertes großes Theaterprojekt, in dem 13 Theaterhäuser und Kulturinstitutionen über vier Jahre lang soziales Theater gelebt und verwirklicht haben. Über 30 „Festivals von unten“ wurden so realisiert, mit und von Menschen aus der lokalen Umgebung und mit internationalen Gästen, zwischen professionellen Künstlern und Bürgern.

Die Bürgerstiftung Rohrmeisterei war der einzige deutsche Partner in diesem Netzwerk und organisierte unter der künstlerischen Leitung der Schwerter Theatermacher Christoph Falke, Ana Patricia Marioli und Simon von Oppeln-Bronikowski zwei große Festivals.

2017 wurden in den „Blumen aus dem Dschungel der Stadt“ mehr als 17 Aufführungen an vier Tagen gezeigt: in den Leerständen des City-Centers, auf dem Marktplatz, auf der Heide und im Hindutempel. Von großem Open-Air-Theater bis zu intimen Konzerten konnten Zuschauer ein vielfältiges Spektrum an Theater, Musik und Tanz erleben. 2018 wurden unter dem Titel „Paradies jetzt. Das Land. Die Stadt. Der Fluss“ vier Tage lang poetische Collagen aufgeführt, vom nachbarschaftlichen Picknick bis zur Straßenparade.

Mehr als 300 Menschen aus Schwerte und Umgebung haben bei diesen Festivals mitgewirkt, auf und hinter der Bühne, in der Vor- und Nachbereitung, mit Engagement und Witz. In der Kneipe „Auf der Heide“ haben die Theatermacher den Teilnehmern kürzlich mit einem Abschlussfest gedankt: jeder hat im Namen des gesamten Projekts einen europäischen Kulturpass erhalten, der seinem Träger bescheinigt, bei „Paradies Jetzt“ dabei gewesen zu sein. „Wir haben das Projekt gemeinsam erfolgreich abgeschlossen“, erklärte Christoph Falke, „lasst uns mit etwas Neuem in die Zukunft gehen.“

Neues Projekt

Das neue Projekt trägt den Titel „Karawane 3 – Wo kämen wir hin“. Es lädt Interessierte dazu ein, utopische oder dystopische Ideen zu formulieren. Ein Beispiel: „Wo kämen wir hin, wenn alle tun und lassen könnten, was sie wollten?“ Die Fragen regen zum tieferen Nachdenken an, die Antworten darauf sind nicht einfach. „Die Karawane Nr. 3 ist den Kindern gewidmet. Wir müssen uns fragen lassen, ob wir ihnen eine lebenswerte Zukunft hinterlassen.“

In mehreren Treffen wird dieses neue Projekt langsam erarbeitet, bis es dann vor den Sommerferien noch zu ersten Aufführungen kommen soll. Welche Formen dieses Festival annehmen wird, ist noch nicht bekannt. Auf jeden Fall wird es wieder eine bunte Parade durch die Stadt geben.