Die Tücken kostenloser Spiele-Apps

Weisen auf die Tücken kostenloser Spiele-Apps hin: Andreas Bünder

Weisen auf die Tücken kostenloser Spiele-Apps hin: Andreas Bünder, Vorsitzender des Vereins Spielsucht-Prävention und Hilfe NRW (l.), und Verbraucherberater Christian Schwarzfischer. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. Per Handy werden mit Goldtalern, Diamanten und Herzen in der virtuellen Spielewelt Siedlungen gebaut, Gärten angelegt und Gegner besiegt. Hersteller von Action-, Strategie- und Rollenspielen bieten Spiele-Apps zum kostenlosen Download für Smartphones und Tablets an, die besonders Kinder und Jugendliche faszinieren.
Für viele Spiele-Macher ist das System der „Free to Play-Games“ ein sehr einträgliches Geschäftsmodell. Denn „free to play“ kann durchaus zur Kostenfalle werden. Wenn das geschenkte Kapital oder die Ressourcen verspielt sind, müssen Spieler unangenehme Wartezeiten in Kauf nehmen. Es sei denn, sie zahlen fürs schnellere Weiterkommen je nach Spiel von 99 Cent bis zu 99 Euro, um etwa Spielebeschleuniger (Booster) kaufen zu können.
Auf diese trickreiche Art und Weise (In App-Kauf) machen Spielehersteller mittlerweile schon 20 Prozent ihres Gesamtumsatzes und der Markt weist nahezu phantastische Wachstumsraten von 30 Prozent auf (Quelle BIU).
Die Verbraucherzentrale NRW hat die umsatzstarken „Free to Play“-Spiele überprüft. „Unterm Strich animieren Spielemacher die Nutzer äußerst geschickt, den kostenlosen Sektor zu verlassen und den Spieleverlauf durch den Zukauf von vielerlei Elementen voranzutreiben“, so das Fazit von Christian Schwarzfischer, Berater in der Verbraucherzentrale NRW in Schwerte.
Andreas Bünder, Vorsitzender des Vereins Spielsucht-Prävention und Hilfe NRW, ergänzt: „Wer sich ein Free to Play-Game auf sein Handy lädt, kommt durch geschickte Programmierungen erst richtig auf den Spieletrip und kann hierbei leicht die Kostenkontrolle verlieren.“
Tipps, wie sich Spieler und Eltern vor unnötigen Kosten bei Gratis-Spiele-Apps schützen können und weitere Hinweise zu rechtlichen Fragen bietet die örtliche Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW in Schwerte am Westwall 4. Einen Überblick, welche Anreize zum Geldausgeben sich in zehn „Free to Play-Games“ finden, gibt‘s im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/freetoplay.