DRK und Malteser in Schwerte

Schwerte. (NO) Die 153 Asylbewerber in der Turnhalle am Stadtpark wollen versorgt werden – mit Frühstück, Mittag- und Abendessen. Für den Transport sorgen Ehrenamtliche von den Maltesern und vom DRK Schwerte quasi nebenbei, denn die dafür zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte, rund 30 an der Zahl, sind ansonsten anderweitig eingebunden. So wie Martin Kolöchter, Inhaber einer Werbeagentur, und Wolfgang Boos, Raumausstatter mit eigenem Geschäft.

Drei „Kochstellen“

Morgens wird das Essen im Haus Villigst abgeholt, mittags in der Katholischen Akademie und abends in der Justizvollzugsanstalt Ergste – denn in diesen Einrichtungen wird ohnehin für eine größere Personenzahl gekocht, so dass der Mehraufwand ohne größere Probleme zu stemmen ist. Bei der Zubereitung muss natürlich auch auf die Bedürfnisse der zu Verpflegenden geachtet werden – viele davon sind Muslime. „Doch das ist in den Küchen überhaupt kein Problem“, weiß Martin Kolöchter. Nur Sonderwünsche können – verständlicherweise – nicht bedient werden.

Sieben Tage  die Woche

Zwei bis drei Helfer von DRK und Maltesern holen im Wechsel die Mahlzeiten in den entsprechenden Behältern ab, drei Mal am Tag, sieben Tage die Woche. Rund fünf Personen sorgen für die Essensausgabe in der Turnhalle am Stadtpark. Besonders viel Arbeit ist das zwar nicht, die Dienstzeiten sind überschaubar, aber die persönliche Tagesplanung muss natürlich um die Abhol- und Ausgabezeiten „herumgestrickt“ werden.

Freuen sich Malteser und DRK ansonsten immer über Interesse an einer Mitarbeit, greifen die Organisationen bei der Flüchtlingsversorgung lieber auf eigene Kräfte zurück. Martin Kolöchter: „Wir können aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht einfach so Leute rekrutieren. Stellen Sie sich mal vor, ein Freiwilliger hat eine Darminfektion oder eine ansteckende Krankheit und die breitet sich dann in der Turnhalle im Stadtpark aus “

Mit Feuerwehr und DLRG

Mit im Boot bei der Verpflegung der Flüchtlinge sind neben JVA, Katholischer Akademie und dem Ev. Studienwerk Haus Villigst, dem DRK Schwerte und den Maltesern die DLRG, die bei der Essenausgabe hilft, und die Feuerwehr, die für Einweggeschirr und Getränke zuständig ist. „Und wenn noch das eine oder andere dringend benötigt wird, haben wird von der Stadt Schwerte freie Hand bekommen, das Notwendige zu besorgen“, sagt Wolfgang Boos. Freilich gibt es dafür später eine Erstattung.

Apropos später. Wie lange werden die Flüchtlinge noch in der Turnhalle mitten in der Stadt beherbergt? Die Stadt sagt: mindestens bis Ende Oktober. Jedoch: sich festlegen, genau planen kann man nicht. Zumal die Spitze des Flüchtlingszustroms erst im Herbst erwartet wird. Stadt und Hilfsdienste werden also auch weiterhin gut zu tun haben.