Ein Hauch von Wiener Frühling

Schwerte. (NO) Bisher ist es dem Bohéme-Orchester immer gelungen, bei seinen festlich-nostalgischen Konzerten besondere Akzente zu setzten. Schon beim fünfjährigen Bestehen konnte die Formation, die längst Kultstatus besitzt, mit dem Altstar Ilse Werner, der „Pfeife der Nation“, aufwarten. Zum 15-Jährigen im kommenden Jahr wird abermals ein illustrer Gast aus alten Zeiten das Publikum aufhorchen lassen. „Es ist uns gelungen, Waltraut Haas zu engagieren, die 2012 nicht nur ihr 65-jähriges Bühnenjubiläum, sondern auch ihren 85. Geburtstag feiert“, freut sich Kapellmeister und Kontrabassist auf das Gastspiel der Wiener „Rösslwirtin“, die, so Kuhlmann, „noch so fit ist wie ein Turnschuh!“

Kultstatus

1997, im Gründungsjahr des Bohème Orchesters, konnte noch niemals ahnen, wie erfolgreich das zwölfköpfige Salon-Ensemble mit der stilechten Instrumentation und den originalen Arrangements aus der guten alten Zeit werden würde. Doch die zeitraubende Probenarbeit zahlte sich aus und das Bohème Orchester entwickelte sich über die Grenzen der Region hinaus zu einem kulturellen Aushängeschild seiner Heimatstadt. Von Anfang an mit von der Partie sind neben Kapellmeister Kuhlmann der Schwerter Operettentenor Gunther Gerke – auch er hat längst Kult- und Promistatus – sowie der Schlagwerker Rudi Lipps und der Saxophonist Waldemar Kowalski.

Wiedersehen macht Freude

Zur Feier des 15-jährigen Bestehens gibt sich das Bohème Orchester am Samstag, 31. März 2012, um 19 Uhr, und am Sonntag, 1. April 2012, um 17 Uhr mit zwei Gala-Konzerten in der Rohrmeisterei die Ehre. Das Programm steht passenderweise unter dem Motto „Wiedersehen macht Freude“. Wenn im Prater wieder die Bäume blühen, soll der Stargast Waltraut Haas einen Hauch von Wiener Frühling in die Ruhrstadt bringen.

„Mariandl“, „Weißes Rössl“ und Wiener Schmäh: Waltraut Haas ist quicklebendig und steht immer noch gern auf der Bühne. (Foto: Agentur)

„Mariandl“

Gleich mit ihrer ersten Filmrolle als „Mariandl“ wurde Waltraut Haas über Nacht ein Star. In einer Zeit, als die „leichte Muse“ und Heimatfilme Konjunktur hatten, spielte die Seite an Seite mit Peter Alexander in den 60er Jahren einen Operettenfilm nach dem anderen – unter anderem war sie im „Weißen Rössl“ zu erleben. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Schauspieler und Regisseur Erwin Strahl, bereiste sie bis zu dessen Tod im April dieses Jahres ganz Europa und präsentiere immer wieder ihre Chansons, Filmschlager und Wiener Lieder.

Vorfreude ist groß

„Wir freuen uns riesig auf den Besuch von Waltraut Haas“, schwärmt Kapellmeister Kuhlmann. „Ich muss mich bald hinsetzen und ihre Auftrittslieder arrangieren und mit dem Orchester einstudieren“, dann natürlich geht wieder alles live über die Bühne. Gunther Gerke indes bereitet sich auf ein Duett mit der berühmten Partnerin vor. „Natürlich möchte ich mit Waltraut Haas gern ein gemeinsames Lied präsentieren, aber auch als Talkgast ist sie eine Wucht. Sie kann tolle Anekdoten aus ihrer Film- und Theaterlaufbahn erzählen, und ihre Hans-Moser-Parodien werden sicher alle begeistern“, weiß Operettentenor Gerke, der die große alte Dame der leichten Muse erst kürzlich quirlig und quicklebendig bei einem Gastspiel in Recklinghausen erlebte.

Vorverkauf

Karten für die beiden Gala-Konzerte des Bohème-Orchesters mit Gaststar Waltraut Haas sind ab Montag zum Vorverkaufspreis von 16,50 Euro beim wochenkurier Schwerte an der Friedensstraße 36 erhältlich.