Einzigartige Orgel erklingt in Schwerte

Schwerte. (NO) Ein außergewöhnliches Instrument bereichert nun die westfälische Orgellandschaft im Allgemeinen und St. Viktor im Besonderen. In der evangelischen Marktkirche wird am ersten Adventssonntag, 30. November 2014, die neue Orgel aus der renommierten Straßburger Werkstatt Kern eingeweiht. Damit kommt in Schwerte die erste Orgel dieser Art in NRW zum Einsatz. Der festliche Gottesdienst beginnt diesmal um 11 Uhr und dauert wegen des besonderen Anlasses über zwei Stunden.

Das Instrument verfügt über 27 Register und 1763 Pfeifen. Vier Wochen hat die Intonation vor Ort gedauert. Das „frische und dennoch kammermusikalische Klangbild mit seinen zahlreichen charaktervollen Grundstimmen“ passe gut in die akustische Situation der gotischen Hallenkirche, so Kantor Klaus Irmscher, der zum Auftakt die Orgelfassung des Chorals „Nun danket alle Gott“ von Franz Liszt spielen wird. Jeweils ab 15, 16 und 17 Uhr finden kleine Orgelkonzerte statt.

Bereits Anfragen

Auf den vollen Klang des Instruments dürften nicht nur Kirchgänger, sondern auch Musikfreunde aus Nah und Fern gespannt sein. Zumal sich St. Viktor, so Orgelbauer Daniel Kern, auch durch eine gute Akustik auszeichnet. Bereits jetzt gibt es etliche Anfragen namhafter Kirchenmusiker, die gern einmal auf dem französischen Orgelwerk spielen möchten.

Die Kirchengemeinde plante schon vor zehn Jahren konkret die Anschaffung einer neuen Orgel, der Wunsch wurde bereits vor 20 Jahren laut. Der Großteil der Kosten von mehr als 600.000 Euro wurden von der Gemeinde fast ausschließlich durch Spenden finanziert, doch es fehlen noch zehn Prozent. Weitere Spenden sind daher immer willkommen.

Glocken bleiben stumm

In die Freude über das erstmalige öffentliche Erklingen des einmaligen Instruments fließt jedoch auch ein vergleichsweise kleiner Wermutstropfen. Denn die Glocken von St. Viktor müssen nun endgültig von Mitternacht bis 6 Uhr morgens schweigen. Das hat das Presbyterium nach einer Anwohnerbeschwerde und dem daraus folgenden Lärmgutachten vom 24. September 2014 entschieden. Viele Schwerter rund um St. Viktor bedauern diese Entscheidung, denn auch der nächtliche Glockenschlag vermittle Heimatgefühl.