Einzigartiger Dreckfilter

Mit der neuen Versuchsanlage auf dem Gelände des Schwerter Klärwerks soll geklärt werden, wie das Wasser auch von kleinsten Verunreinigungen befreit werden kann – und was das kostet. Dabei kommt ein europaweit einzigartiges Verfahren zum Einsatz. Akuter Handlungsbedarf besteht jedoch nicht – das Trinkwasser der Ruhrwasserwerke ist „sauber“. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (NO) Auf der Kläranlage Schwerte des Ruhrverbands ist jetzt eine großtechnische Versuchsanlage zur Abwasserreinigung in Betrieb gegangen. Damit sollen nun auch kleinste Verunreinigungen aus dem Wasser entfernt werden. Das innovative Projekt soll Erkenntnisse bringen, mit welchen Verfahren Arzneimittelrückstände, Weichmacher, Industriechemikalien oder andere organische Stoffe im kommunalen Abwasser am besten minimiert werden können – und was das kostet. Die Versuchsanlage ist Teil eines vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium geförderten Forschungsvorhabens zum Themenbereich „Spurenstoffe“.

Wichtige Erkenntnisse

Der neue NRW-Umweltminister Johannes Remmel erhofft sich vom Forschungsvorhaben wichtige Erkenntnisse: „Wir brauchen deutliche Schritte für verbesserte Reinigungsverfahren. Die Entfernung von Mikroschadstoffen soll künftig auch breit einsetzbar sein. Diese Anlage in Schwerte ist ein wichtiger erster Schritt.“

Daten und Fakten

Zweck des nun beginnenden Versuchsbetriebs ist, der Politik Daten und Fakten zur Verfügung zu stellen, um über die Frage weitergehender Reinigungsvorgaben für kommunale Kläranlagen beraten zu können. Die Schwerter Anlage arbeitet mit einer europaweit einzigartigen Verfahrenskombination aus Aktivkohleadsorption und Oxidation mit Ozon. Dabei geht es nicht nur darum, wie das Wasser am besten von Mikrostoffen gereinigt werden kann, sondern auch darum, Investitions-, Energie- und Betriebskosten in der Praxis zu untersuchen.

Gute Wasserqualität

Bei vielen Trinkwasserwerken an der Ruhr sind bereits vorsorglich erhebliche Investitionen in der Planung und teilweise auch bereits in der Umsetzung. Akuter Handlungsbedarf liegt aber nicht vor: Denn das Trinkwasser der Ruhrwasserwerke entspricht durchgängig den hohen Anforderungen der deutschen Trinkwasserverordnung.

Verursacherprinzip

„Bei all unseren Bestrebungen, technisch aufwändige und letztlich auch kostenträchtige Lösungen für die Verringerung der Mikroverunreinigungen zu finden, sollten wir das Verursacherprinzip nicht vernachlässigen“, appelliert Umweltminister Johannes Remmel. „Es ist in jedem Fall günstiger und nachhaltiger, wenn bestimmte Chemikalien oder Arzneimittelrückstände erst gar nicht in unsere Gewässer gelangen!“