Elsebader Kinokarren: Die letzte Zelluloid-Saison

Ergste. (Red.) „Das war harte Arbeit!“, sagt Bernd Krause aus dem Team vom KinoKarren im Elsebad. Über den Winter sechs gute Filme zu finden, die es noch auf 35-mm-Film gibt, erwies sich als fast unmöglich. Denn neue Filme werden nur noch digital produziert und ältere Zelluloid-Filme werden vernichtet, nachdem sie umkopiert worden sind. Der große alte Projektor im Kinokarren versteht sich aber nur auf analoges Material, eben auf Zelluloid-Filme.

Filmvorführer Thomas  Stenger genießt die Arbeit mit seinem Projektor. Doch es gibt kaum noch Filme für die Zelluloid-Kino-Romantik.(Foto: Team Elsebad)
Filmvorführer Thomas Stenger genießt die Arbeit mit seinem Projektor. Doch es gibt kaum noch Filme für die Zelluloid-Kino-Romantik.(Foto: Team Elsebad)

Die leise knatternde Kino-Romantik wird mit der jetzt beginnenden Openair-Saison unweigerlich zu Ende gehen. Bernd Krause: „Wenn wir den Kinokarren weiter betreiben wollen, ist die Anschaffung eines Kino-Beamers unumgänglich.“

Ein teures Unterfangen, denn schon gebrauchte Geräte kosten mindestens 30.000 Euro. Finanziert werden soll dieser Beamer über Spenden. „Wir appellieren deshalb an die Hilfsbereitschaft der Menschen, die das Elsebad und seinen Kinokarren besuchen“, sagt Bernd Krause. Glücklicherweise gibt es bereits Unterstützung von der Sparkassenstiftung und von Ruhrpower. Auch ein Werbevertrag mit Langnese gibt finanzielle Möglichkeiten für die große Anschaffung. Aber ohne viele kleine Spenden wird es nicht gehen.

Ab Freitag, 1. Juli, wird der alte Projektor aber nochmal bei sechs Filmvorführungen knisterndes Kino-Flair alter Schule versprühen. Die Tragikomödie „Vincent will Meer“ (Regie: Ralf Huettner; frei ab 6 Jahre) macht den Anfang: Erzählt wird die Geschichte von Vincent, der am Tourette-Syndrom leidet und von seinem Vater in ein Therapie-Zentrum abgeschoben wird. Doch er lässt sich nicht beirren und kämpft dafür, unabhängig und selbstbestimmt über sein Leben zu entscheiden. Gemeinsam mit Marie und Alexander, die er beide in der Klinik kennenlernt, flieht er auf eigene Faust nach Italien.

Nach Ende des Schwimmbetriebs um 22 Uhr und dem Einbruch der Dunkelheit werden wieder im Licht des Projektors fremde Welten auf der großen Leinwand entstehen. Dazu gibt es Cocktails und andere Kaltgetränke, Grillwürstchen und Crêpes – und aus dem Bauchladen Knabbereien und Eiskonfekt. Der Badeintritt am Kino-Abend beträgt 3,50 Euro. Eine warme Jacke hilft gegen die Kühle des Abends, Decken können ausgeliehen werden.

Schon am 8. Juli geht es weiter mit „Starbuck“. Informationen zu allen  Filmen gibt es auf der Internetseite des Elsebades: www.elsebad.de.