Ergste: Widerstand gegen Windpark

Das Windenergie-Projekt am Ergster Ortsrand, wo auf Schwerter Boden sechs Windräder gebaut werden sollen, sorgt für Unbehagen bei vielen Anwohnern, die bereits etliche Kritikpunkte formuliert haben. Jetzt soll eine Bürgerinitiative gestartet werden. (Foto: Archiv)

Ergste. (NO) Windenergie? Na klar, nur nicht bei uns… Immer massiver wird in Schwerte der Widerstand gegen sechs Windräder am Ergster Ortsrand. „Wir sind nicht gegen Windkraft, aber der Standort ist eine Katastrophe“, stellt Tierarzt Dr. Oliver Herrmann klar. „Deshalb werden eine Bürgerinitiative starten.“

Die Pläne

Im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit planen die Stadtwerke Schwerte und Iserlohn, gemeinsam einen Windpark im Waldgebiet „Schälker Heide“ zu errichten. Der Windpark soll (wie bereits berichtet) aus acht Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 20 Megawatt bestehen. Die Anlagen sollen jährlich 50 Millionen Kilowattstunden an reinem „Ökostrom“ produzieren, womit bis zu 16.000 Haushalte versorgt werden können. Rund 180 Meter hoch werden die Windräder in den Himmel ragen.

Standorte

Die Standorte am Ergster Ortsrand: Höhenkamm Weischad an der Stadtgrenze zu Hagen (drei Anlagen); Nähe Michaelisweg (rund 400 Meter entfernt, eine Anlage); Schälker Heide (in unmittelbarer Nähe zum höchsten Punkt von Schwerte, zwei Anlagen).

Start 2014

Die Inbetriebnahme des Windparks ist für 2014 vorgesehen. Zuvor muss das Gemeinschaftsprojekt noch das Genehmigungsverfahren bei den Kreisbehörden durchlaufen und einer baurechtlichen Prüfung standhalten. Zur Förderung regenerativer Energien nehmen die Stadtwerke Schwerte und Iserlohn im Zuge dieser Kooperation insgesamt 40 Millionen Euro in die Hand.

Bürgerinitiative

Rund 70 Bürger, die von der Errichtung der Windräder besonders betroffen wären, sind mit der Wahl der Standorte nicht einverstanden. Dies betont auch Tierarzt Dr. Oliver Herrmann, der am Michaelisweg wohnt. „Erst am Mittwoch fand ein Treffen statt, nun zeichnet sich die Gründung einer Bürgerinitiative ab. Dabei suchen wir den Schulterschluss mit Betroffenen auch aus dem Grenzbereich zu Hagen und Iserlohn.“ Eine Internetseite und öffentliche Auftritte der Initiative seien in Planung, so Dr. Herrmann zum wochenkurier.

Kritikpunkte

Die Kritikpunkte der Windradgegner lassen sich nicht von der Hand weisen. So liege der Großteil der geplanten Standorte in Landschaftsschutzgebieten. Den Bürgern werde ein wichtiges Naherholungsgebiet genommen, das Landschaftsbild werde verschandelt, Gastronomiebetreiber hätten mit Einnahmeverlusten zu rechnen. Zudem weisen die Windradgegner auf mögliche Gesundheitsprobleme durch die Geräuschentwicklung der Rotoren an, die wiederum eine Bedrohung für Vögel darstellten.

Politik

Von Seiten der Politik haben bisher nur die Grünen und die FDP klare Positionen hinsichtlich des Windkraftprojekts bezogen. Die Grünen befürworten eher die Nutzung der Windenergie vor Ort – nicht ohne Verständnis für die Sorgen der Bürger zu haben – ,die FDP lehnen die Windräder ab. CDU, SPD, Linke und WfS haben sich noch nicht eindeutig positioniert.

Der Schwerter Stadtwerkechef Michael Grüll zeigt sich indes vom Widerstand etlicher Anwohner gegen das Windkraftprojekt nicht überrascht und verweist auf das Genehmigungsverfahren, das erst zum Abschluss gebracht werden muss, bevor auch nur ein einziges Windrad errichtet werden darf.