Ev. Akademie Villigst mit neuem Programm

Präsentierten das neue Halbjahresprogramm der Evangelischen Akademie Haus Villigst (v.l.): Studienleiterin Kerstin Gralher, Dr. Peter Markus, Pfarrer Klaus Breyer und Christa Martens, Öffentlichkeitsarbeit. (Foto: Norbert Fendler)

Villigst. Die Evangelische Akademie Villigst hat sich neu aufgestellt. „Mit dem Programm des 1. Halbjahres 2013 legen wir das thematisch vielfältigste Programm der letzten Jahre vor. Darauf sind wir stolz“, berichtet Pfarrer Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft.

„Mit der Neustrukturierung des Instituts ist es uns gelungen, auch die Arbeit der Evangelischen Akademie zu bereichern und an die wachsenden gesellschaftlichen Herausforderungen anzupassen. Das Team der Studienleiter/innen wurde durch neue Kolleginnen und Kollegen vergrößert und weitere Fachkompetenzen des Instituts für Kirche und Gesellschaft in die Akademiearbeit eingebunden.“

Mit über 5000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor allem aus NRW und circa 140 Tagungen und weiteren Veranstaltungen pro Jahr leistet die Akademie auch quantitativ eine erfolgreiche Diskurs- und Bildungsarbeit.

Viele der Tagungen haben das Ziel, gesellschaftliche Konflikte und Interessengegensätze zu thematisieren und Perspektiven zu ihrer Überwindung zu entwickeln. Die Veranstaltungen der Evangelischen Akademie sind Ausdruck kirchlicher Weltverantwortung und auch ein Beitrag zur demokratischen Kultur in unserem Land.

Schwerpunkte

Das nächste Halbjahr prägt unter anderem der Themenschwerpunkt „Familie heute“ mit seinen kirchlichen und politischen Herausforderungen das Akademie-Programm. Auch die Herausforderung der Energiewende für unsere Gesellschaft und die unheilvolle Dominanz der Finanzmärkte sind unter anderem Schwerpunktthemen der Akademie im ersten Halbjahr.

Die so genannte Energiewende ist eine große Herausforderung. Wirtschaft und Gesellschaft müssen klimafreundlicher werden, Leben, Arbeiten und Wirtschaften werden sich tiefgreifend ändern müssen. Was heißt das für die Wirtschaft, was bedeutet das für die Arbeitsplätze? Andreas Meyer-Lauber wird für den Deutschen Gewerkschaftsbund DGB und Frau Coenen-Marx für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in der Tagung „Die Energiewende und die Zukunft der Arbeit“, 15. bis 17. März 2013, dazu Stellung nehmen.

„Wie viel Finanzmarkt braucht Ernährungssicherheit?“ heißt eine Tagung in Kooperation mit dem Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung.

Nahrungsmittel sind kein Gut wie jedes andere. Plötzliche und unerwartete Preissteigerungen können für arme Menschen schnell zu einer großen Bedrohung werden. Umstritten ist dabei besonders die Wirkung von Finanzmärkten auf Nahrungsmittelpreise.

So sehen viele eine Ursache für die Preisschwankungen in der Nahrungsmittelspekulation. Kirchen, Entwicklungswerke und Nichtregierungsorganisationen fordern zum Beispiel im Rahmen der aktuellen EU-Finanzmarktreform die Finanzmärkte so zu regulieren, dass der Einfluss von Finanzmarktakteuren auf die Preisbildung bei Nahrungsmitteln begrenzt wird. Auf der Akademietagung vom 8. und 9. März diskutieren Vertreter der Kirchen, von Banken und der Politik über die notwendigen Regulierungsmaßnahmen.

Dörfer und ländliche Regionen müssen von Politik Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam zukunftsfähig entwickelt werden. Staatssekretär Horst Becker (Umwelt- und Landwirtschaftsminister NRW) wird auf der Tagung „Innovative Dorfentwicklung und zivilgesellschaftliches Engagement“, 25. und 26. Februar, referieren; Landfrauen- und Umweltverbände werden erfolgreiche Projekte präsentieren.

Kerstin Gralher, neue Studienleiterin für Kunst, Kultur und Interkultur der Evangelischen Akademie, stellt ihre Arbeitsschwerpunkte anhand von zwei Beispielen vor: Im Rahmen der Tagung „Radikal digital“, 15. bis 17. März 2013, wird beleuchtet, dass die fortschreitende Technisierung nicht aus jedem und jeder einen Künstle gemacht hat. Auch die Künste selbst, insbesondere die Fotografie, hat die Vielfalt der ästhetischen Entwicklungsmöglichkeiten – noch – nicht ausgeschöpft.

Als zweites Beispiel stellt Kerstin Gralher die Tagung „Der ungeheure Kontinent – Afrika in westlichen Medien: Film, Literatur, Musik“, 18. bis 20. Januar 2013, vor.