Fahrradfreundliches Schwerte?

Schwerte. (NO) Der ADFC Schwerte unternahm kürzlich seine erste „Verkehrspolitische Fahrradtour“ durch die Hansestadt an der Ruhr. „Damit“, so Monika Rosendahl vom örtlichen Fahrradclub, „wollen wir nicht nur aufzeigen, war für Radfahrer schlecht ist, sondern wir möchten auch Verbesserungsvorschläge machen. Dabei haben wir natürlich auch die finanzielle Situation Schwertes im Blick.“ Nach der Tour hat der ADFC eine „Mängel- und Vorschlagsliste“ erstellt.

Folgende Punkte wurden darin aufgeführt:

Bahnhofstunnel

Der Bahnhofstunnel ist eindeutig zu dunkel, auch die roten und blauen Lampen machen ihn nicht heller. Die Pfeiler rechts und links sollten von oben beleuchtet und hell und die Wände gestrichen oder sandgestrahlt werden, findet der Fahrradclub. Auch müssten die Streifen für Radfahrer und Fußgänger eindeutiger sein. Bei der Probefahrt der Radgruppe durch den Tunnel und wieder zurück kamen ihr Fahrradfahrer in falscher Richtung entgegen – viele Fußgänger gingen auf dem Radweg. Außerdem hört der Radstreifen stadteinwärts an der Bahnhofsstraße auf.

Bahnhofsvorplatz

Der neue Plan für den Bahnhofsvorplatz müsste noch einmal genau auf Fahrradfreundlichkeit geprüft werden, hier gab es von einigen Mitradlern Kritik. Dieses Thema soll in der nächsten ADFC-Sitzung mit vorliegendem Plan besprochen werden.

Karl-Gerhardt-Straße

Diese Straße würde sich gut anbieten, da breit genug, mit einem deutlichen Fahrradstreifen versehen zu werden. Sie wird als Schulweg und Weg zum Bahnhof von Radfahrern viel genutzt. Es gab auch die Idee, die Wegführung zum Bährens-Gymnasium bzw. zur Gesamtschule über die Rathausstraße zu leiten.

„Elterntaxis“

Vor den Schulen stehen bei Schulbeginn und zur Mittagszeit abholende Eltern („Eltern-Taxis“) und blockieren die Fahrradstreifen, kritisiert der ADFC. In vielen Städten gibt es deshalb vor Schulen ein absolutes Halteverbot. Vorschlag der Radfahrergruppe: Eine Info-Veranstaltung nach dem Motto: „Fit von Klein auf „ – was noch getan werden muss, damit Kinder wohlbehalten zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule gelangen.

Fahrradampeln

Bei der verkehrspolitischen Tour gab es auch den Wunsch, die Radwege deutlich zu markieren – wie schon an einigen Stellen in kräftigem Rot. Außerdem wurde der Wunsch nach eigenen Fahrradampeln geäußert, die vor den Autoampel auf „Grün“ schalten sollten, um beispielsweise „Wettrennen“ mit Autos zu vermeiden.

Lohbachstraße

Auf der Lohbachstraße in Richtung Ruhrtalradweg müsste auf dem Radweg gekennzeichnet werden, dass es hier erlaubt ist, in beide Richtungen den Radweg zu benutzen. Auf der Lohbachstraße in Richtung Technopark störte die Radfahrer zudem ein „riesiges Loch“ im Asphalt – eine große Gefahr für Radfahrer.

Ruhrtalradweg

Beim Gut Ruhrfeld wird der Radstreifen sehr schmal und durch Büsche oft noch schmaler – hier wurde ein häufigeres Beschneiden der Büsche gewünscht, auch eine Verbreiterung des Radweges entlang Gut Ruhrfeld sowie eventuell Spiegel für Gegenverkehr auf der schmalen Brücke. Der Weg vom Ruhrtalradweg in Richtung Gesamtschule ist sehr ausgewaschen, befand der ADFC. Viele spitze Steine auf dem kurzen Stück seien für Radfahrer sehr ungünstig.

Im Reiche des Wassers

Hier sollte es nach Vorstellung der Tourteilnehmer nur einen Parkstreifen geben, an dem die Autos schräg parken dürfen, dann hätten auch mehr Fahrzeuge Platz. Dafür sollte auf der anderen Seite stadteinwärts die Straße für Autos-, Fahrradfahrer- und Fußgänger freigegeben werden. Eine Asphaltierung ist aus Sicht der Radfahrer auch dringend erforderlich – die Strecke ist als „Schraubenlockerungs-Weg“ berüchtigt.

Ins Gespräch kommen

Die hier in den Hauptpunkten wiedergegebene Mängel- und Vorschlagsliste leitet der ADFC Schwerte auch an die Stadt Schwerte weiter – in der Hoffnung, in Gesprächen zu erfahren, welche Vorschläge umgesetzt bzw. welche Mängel behoben werden können. Außerdem hoffen die Schwerter Clubmitglieder, dass sich bei der nächsten „Verkehrspolitischen Fahrradtour“ durch die Ruhrstadt weitere Interessierte beteiligen, um aufzuzeigen, welche weiteren „Knackpunkte“ das Leben der Radfahrer in Schwerte schwer machen.

Konflikte vermeiden

Ziel des ADFC vor Ort ist letztlich, so Monika Rosendahl, „dass sich Schwerter lieber aufs Rad schwingen und ihre Einkäufe, Besorgungen, Besuche und Fahrten zur Arbeit oder zur Schule sorglos und ohne Konflikte mit Fußgängern oder Autofahrern erledigen können!“