Freude und Stolz bei Beda-Helfern: 100. Sammlung im 50. Jahr

Männer, auf die man sich verlassen kann: Eberhard Vickermann mit seinen wohl treuesten Helfern, den Brüdern (v.l.) Dirk, Jens und Ralf Herden. Sie sind schon seit 37 Jahren bei den Sammlungen für den Aktionskreis Pater Beda dabei. (Foto: Norbert Fendler)

Ergste. (NO) Selbst Eberhard Vickermann hätte es wohl kaum geglaubt, wenn ihm dies vor Jahrzehnten prophezeit worden wäre: In seinem 75. Lebensjahr, im Jahre 2018, findet die 100. Sammlung zugunsten des Aktionskreises Pater Beda statt. Bei zwei Sammlungen jährlich sind das stolze 50 Jahre Hilfsbereitschaft. Ein Erfolg, der ohne die treue Helferschar nicht möglich wäre.

Am 26. August 1942 wurde Eberhard Vickermann als sechstes von sieben Kindern des Ehepaars Bernhard und Anna Vickermann im Krankenhaus Unna geboren. Früh wurde er zur Arbeit erzogen – und geackert hat er immer schon.

Zuerst auf dem elterlichen Bauernhof, dann bei der Schlosserlehre, auf der Schule für spätberufene Glaubensbrüder, wo er sein Abi nachholte, aber dann doch am Zölibat scheiterte, an der Uni, bei seinen sozialen Praktika im Knast, in Krankenhäusern und Verwaltungen, bei der Arbeit im Jugendamt und 17 Jahre als Standesbeamter in Hemer.

Ein stetiges Glück bescherte ihm jedoch die unermüdliche Unterstützung des Arbeitskreises Pater Beda durch die Organisation der Sammlungen von Altpapier und Altkleidern in Schwerte und drumherum. Das ist heute zwar nicht mehr ganz so einträglich wie früher, lohnt sich aber immer noch. Viele arme Menschen in den Dürregebieten Nordostbrasiliens profitieren davon.

Der Motor des Aktionskreises

Eberhard Vickermann (75) kann stolz auf seine ehrenamtliche Tätigkeit sein. Dafür wurde ihm der Hansepreis und die Schwerter Stadtmedaille verliehen. (Foto: Norbert Fendler)

Eberhard Vickermann ist das Schwerter Gesicht und der Motor des Aktionskreises vor Ort. Nun steht die 100. Sammlung bevor, die am Samstag, 9. Juni, über die Bühne geht. Der erste Einsatz fand noch in Deilinghofen, der Heimat der katholischen Familie Vickermann, statt. Für 50 Jahre Treue und Einsatzbereitschaft wurde der Ergster schon 2012 mit dem Hansepreis und 2014 mit der Schwerter Stadtmedaille geehrt. Eberhard Vickermann sieht darin auch eine Auszeichnung für die vielen Aktiven, ohne die nichts laufen würde.

Auge in Auge

Seit Jahr und Tag ist ein fester Stamm von rund 75 Helfern, darunter etliche Fahrzeughalter, unterwegs für den guten Zweck. Ob Schüler oder Rentner – alle werden immer wieder aufs Neue motiviert. Besonders wichtig und ein Erfolgsrezept für jahrzehntelange Einsatzbereitschaft ist der persönliche Kontakt. Alle Helfer spricht Eberhard Vickermann persönlich an, „Auge in Auge“ – kaum per Telefon und schon gar nicht über E-Mail. Das ist zwar aufwändig, aber so entsteht Verbindlichkeit – und Verbundenheit mit der guten Sache.

Herden-Brüder seit 37 Jahren dabei

Ganz besonders treue Helfer sind Dirk, Jens und Ralf Herden, die bereits seit sagenhaften 37 Jahren dem Aktionskreis und seinem Organisator vor Ort die Treue halten und bei jeder Sammlung dabei sind. Mutter Ruth ist stolz auf ihre Söhne und steht voll hinter ihrem Einsatz.

Eberhard Vickermann geht selber mit gutem Beispiel voran, hängt Plakate auf und verteilt vor den Sammelaktionen Handzettel – bis zu 7000 Stück. Dabei hat er sich in Schwerte schon viele Blasen gelaufen. Und dass er auch noch mit anpackt, ist Ehrensache.

Tonnenweise Sammelgut

Nicht immer verlaufen die Einsätze reibungslos. Der Wintereinbruch erschwerte im Dezember letzten Jahres die Sammlung von Altkleidern und Altpapier. (Foto: Udo Lohoff)

Durch die Sammlungen sind bisher mehr als 8000 Tonnen Altpapier und über 1200 Tonnen Altkleider zusammengekommen, deren Erlös ganz im Sinne des verstorbenen Fransziskanerspaters Beda, Linus Vickermann mit bürgerlichem Namen, eingesetzt wird. 420 Großcontainer und ein hoher sechsstelliger Betrag sind bisher zusammengekommen – rekordverdächtig.

„So lange ich noch in der Lage bin, helfe ich“, sagt Eberhard Vickermann. Jeder Einsatz ist eine Herzensangelegenheit. Und ebenso wie er dürfen sich vor der 100. Sammlung im 50. Jahr die vielen Aktiven geehrt fühlen, die diesen außerordentlichen Dienst immer wieder aufs Neue leisten -und sicher auch weiterhin leisten werden. Nachwuchssorgen hat der Helferkreis um Eberhard Vickermann jedenfalls nicht.