Friederike über Schwerte: „Mit blauem Auge davon gekommen“

Informierten über die Sturmschäden im Schwerter Stadtgebiet: Feuerwehrchef Willi Müller, Pressesprecher Alexander Nähle, Stadtkämmerin Bettina Brennstuhl und Baubetriebshofleiter Gerhard Krawczyk. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (Red.) Heftig tobte am Donnerstag Orkan Friederike über Deutschland. Besonders betroffen war Nordrhein-Westfalen. In Schwerte ging es vergleichsweise glimpflich ab.

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, so Baubetriebshofleiter Gerhard Krawczyk am Freitag bei einer spontan einberufenen Pressekonferenz in der Feuerwehrwache an der Lohbachstraße.

Der erste Einsatz, so Feuerwehrchef Willi Müller, „startete um 9.40 Uhr am Bürenbruch, wo ein Baum auf eine Leitung gestürzt war.“ Später ging es dann weiter im „Minutentakt“. Insgesamt 67 Einsätze fanden statt, Ende war um 19.30 Uhr.

80 Prozent der Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr waren im Stadtgebiet unterwegs, beteiligt waren die Feuerwehren Westhofen, Wandhofen, Mitte, Geisecke und Ergste, der Löschzug Villigst wurde als Reserve zurückgehalten, um bei Bedarf Brände zu bekämpfen.

Wegen umgestürzter Bäume mussten auf der Letmather Straße und der Ruhrtalstraße Straßensperren errichtet werden, Sperrungen gab es auch am Holzener Weg und der Wannebachstraße. Der Busverkehr wurde eingestellt. Am Holzener Weg 68 fiel eine Tanne auf ein Haus, an der Bergstraße stürzten zwei Bäume auf Hausdächer. Eine Frau, die mit dem Auto auf dem Holzener Weg unterwegs war, wurde verletzt, als ein Baum auf das Autodach kippte.

Dachpfannen fielen von etlichen Dächern, so vom alten Gebäudeteil des FBG und am Bahnhof. Am Fahrradgeschäft Markgraf wurde die Solaranlage vom Dach geweht, zahlreiche Mülltonnen und Schilder wurden vom Sturm umhergewirbelt. Ansonsten waren weder in der Bevölkerung und auch in den Reihen der Feuerwehr Verletzte zu beklagen.

Vor Spaziergängen in Wäldern wird gewarnt. Der Kreis Unna hat die meisten Flurgebiete wegen der Folgeschäden des Sturms sperren lassen. Ansonsten sind die Mitarbeiter des Baubetriebshof dabei aufzuräumen. Viele Straßen sind noch von kleineren Ästen und Schmutz bedeckt. Die Aufräumarbeiten können noch ein paar Tage dauern.

„Es hat sich mal wieder gezeigt, dass letztendlich die Natur das Sagen hat“, bemerkte Stadtkämmerin Brennstuhl rückblickend.

„Friederike“ hinterlässt Spuren im Kreis Unna

Mit Orkantief „Friederike“ zog am 18. Januar einer der stärksten Stürme seit elf Jahren über NRW und den Kreis Unna, bilanziert der Deutsche Wetterdienst. Bäume knickten um, Schulen schlossen und Rettungskräfte waren pausenlos im Einsatz. Die Folgen des Sturms werden auch im Kreisgebiet noch länger zu spüren sein.

Wälder im Kreis Unna gesperrt

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW hat die Wälder im gesamten Kreisgebiet gesperrt – voraussichtlich bis zum 28. Januar. Eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen. Grund dafür sind Gefahren durch lose Äste in den Baumkronen, die herabstürzen können. Auch vor dem Betreten von Parks und anderen Grünanlagen warnen die Einsatzkräfte weiterhin.

Rettungsleitstelle

Die Rettungsleitstelle hatte alle Hände voll zu tun: Über 9.700 Notrufe haben die Leitstelle erreicht. Um diese große Zahl abzufangen, waren neun zusätzliche Mitarbeiter in der Leitstelle im Einsatz, die die reguläre Besetzung von sechs Personen aufstockten. 750 Feuerwehrleute waren insgesamt im Einsatz. Rund 800 Sturm-Einsätze verzeichneten die Mitarbeiter. Zusätzlich gab es 88 Rettungsdienst-Einsätze, die nichts mit dem Sturm zu tun hatten, zu denen die Einsatzkräfte ausrücken mussten.

Kreisstraßen und Bauhof

Die Kreisstraßen sind weitgehend wieder frei – keine Straße ist voll gesperrt. Es kann aber vereinzelt zu kleineren Beeinträchtigungen wie etwa halbseitigen Sperrungen kommen.

Dass der Verkehr auf den Kreisstraßen wieder fließt, ist auch den Mitarbeitern des Kreisbauhof zu verdanken: Sie haben derzeit alle Hände voll zu tun und zerlegen im gesamten Kreisgebiet umgestürzte Bäume und räumen große Äste zur Seite.