Für Fische wird es stellenweise eng im Kreis Unna

Die Ruhr mit dem Zufluss „Mühlenstrang“ unterhalb der Rohrmeisterei.
Dieser große Fluss führt noch genug Wasser: Die Ruhr mit dem Zufluss „Mühlenstrang“ unterhalb der Rohrmeisterei. (Foto: Max Rolke - Kreis Unna)

Schwerte/Kreis Unna. Für Fische wird es wegen der Dürreperiode stellenweise eng. Die Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde beobachten die Situation – viel tun können sie aber nicht.

„Soweit es geht, ziehen sich die Fische in die Hauptströme zurück“, sagt Michael Prill, Fischereiberater des Kreises Unna. In kleineren Bächen kann es passieren, dass den Fischen nur noch lokale Vertiefungen als Rückzugsort dienen. Nur Regen kann helfen, die Bäche im Kreis Unna wieder mit frischem Wasser zu versorgen.

Fische gerettet

„Fische umzusiedeln ist nur eine sehr aufwendige Notlösung“, sagt Prill. So war der Kreis-Fischereiberater im Juli in Kamen aktiv und half dem Lippeverband dabei, rund 3000 Fische aus einem Regenrückhaltebecken umzusiedeln. Das Gewässer hatte sich stark aufgeheizt und der Sauerstoffgehalt war gesunken.

„Lokal könnten vielleicht noch die Feuerwehren Frischwasser in kleine Teiche einleiten, um den Sauerstoffgehalt zu erhöhen“, so Prill. „Den Bächen hilft letztendlich aber nur Wasser von oben.“ Zwar können in Einzelfällen einige Fische aus den Vertiefungen gerettet werden, regelmäßig alle Gewässer zu kontrollieren und Tiere umzusiedeln ist allerdings praktisch unmöglich.

Trockene Bäche nicht ungewöhnlich

Viele Bäche im Kreis Unna trocknen im Sommer regelmäßig aus. Besonders im Gebiet südlich der B1 im Bereich des Haarstrangs versickert das Wasser durch den steinhaltigen Boden schneller. Größere Nebenflüsse wie etwa die Horne, Funne, Seseke oder der Lüner Bach haben aber genug Wasser. Dorthin ziehen sich die Fische aus den Zuläufen und Nebengewässern zurück, wenn das Wasser knapp wird.