Fußballbrücken wurden für junge Sportler zum Härtetest

Mara Steinborn, Kim Potthof, Julian Höll und Julian Stommel mit weiteren Teilnehmern an den „Deutsch-Russischen Fußballbrücken“.
Daumen hoch für internationale Begegnungen: Mara Steinborn (l.), Kim Potthof (3.v.l.), Julian Höll und Julian Stommel (5. u. 6. v. l.) mit weiteren Teilnehmern an den „Deutsch-Russischen Fußballbrücken“. (Foto: privat)

Schwerte. (NO) Jetzt nur noch pennen… So fühlten sich wohl die meisten jungen Kickerinnen und Kicker nach dem internationalen Straßenfußballturnier, das vom 15. Juni bis 26. Juli unter dem Namen „Deutsch-Russische Fußballbrücken“ im Rahmen der WM in Russland stattfand. 13 Tage, internationale Begegnungen und ein übervolles Programm – das hat ganz schön geschlaucht.

Seit Mittwoch sind Mara Steinborn, Kim Potthof (beide beim SV Berghofen) und die Schwerter Jungs Julian Stommel und Julian Höll (SC 1912 Hennen) nun wieder zuhause – und müssen die vielen Eindrücke erst einmal verarbeiten. Ebenso wieder daheim ist ein ebenfalls erholungsbedürftiger Uli Kopitz, der als NRW-Teamverantwortlicher auch für die vier heimischen Sportlerinnen und Sportler verantwortlich war. Ebenfalls zu seiner Gruppe gehörten Niclas Fischer und Nils Kuhlmann aus Hagen (SpVg Hagen 11). Insgesamt nahmen 35 junge Sportler aus der ganzen Bundesrepublik am Turnier teil.

Vorurteile abbauen

Wie bereits berichtet, wurden die „Deutsch-Russischen Fußballbrücken“ von der Brandenburgischen Sportjugend in Kooperation mit dem DFB und dem Deutsch-Russischen Forum organisiert und unter anderem vom Auswärtigen Amt gefördert. Ziel der Aktion waren nicht primär sportliche Höchstleistungen, sondern Begegnungen, Austausch und nicht zuletzt, Vorbehalte und Vorurteile abzubauen. „Das hat auch hervorragend funktioniert“, freut sich Uli Kopitz – auch über den Kontakt mit Teilnehmern aus Pjatigorsk.

Sieg im ersten Turnier

Ganz besonders freuen können sich auch Julian Höll und Julian Stommel: „Wir konnten gleich das erste Turnier mit zwei weiteren Jugendlichen aus Brandenburg unter der Flagge des Iran überraschend für uns entscheiden!“

Mörderisches Programm

Uli Kopitz und Vasiliy Bandurin
Uli Kopitz (l.) mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Pjatigorsker Duma und Mitglied des Komitees für Kultur, Sport und Tourismus, Vasiliy Bandurin. (Foto: privat)

Heftig ging es beim Straßenfußballturnier durch Russland zur Sache. Womit nicht unbedingt „aufm Platz“ gemeint ist – obwohl jedes Turnier in den drei beteiligen Städten immerhin rund fünf Stunden dauerte. Das Programm war extrem eng getaktet und geradezu mörderisch: Vom Turnierort St. Petersburg, wo man zwischendurch die „Weißen Nächte“ erlebte, ging es mit dem Zug nach Moskau, dann nach Rostow am Don, wo weitere Turniere stattfanden, dann ans Schwarze Meer, wo man an einer Gedenkveranstaltung teilnahm und Temperaturen von 33 Grad schon um 8 Uhr morgens zu verkraften hatte, und von dort aus weiter mit dem Zug nach Sotschi, wo weitere Spiele sowie Begegnungen zwischen Funktionären und Projektteilnehmern aus Deutschland und Russland stattfanden. Alles fand unter großem Medieninteresse statt: ZDF und ARD waren vor Ort, ebenso der WDR, der von der Ankunft bis zum Abflug mit permanenter Kamerabegleitung Präsenz zeigte. Was manchmal auch etwas nervte…

Zum Schlafen keine Zeit

Uli Kopitz: „8400 Kilometer haben wir bei den Fußballbrücken zurückgelegt, 5700 im Flugzeug und 2700 im Zug. Und zwischen den Spielen fanden Besichtigungen und andere Veranstaltungen statt. Alles war hervorragend organisiert, Russland ein professioneller und großzügiger Gastgeber. Allerdings – zum Schlafen hatten wir kaum Zeit!“

Gelohnt hat sich die Teilnahme an den „Deutsch-Russischen Fußballbrücken“ dennoch. Übervoll mit Eindrücken sind die jungen Sportlerinnen und Sportler nun wieder in ihrer Heimat. Und haben endlich auch mal wieder ausgeschlafen. Was bleibt: Das gemeinsame Erlebnis und ein offener Blick über den Fußballplatz hinaus.

In der nächsten Ausgabe berichtet der Wochenkurier über einen besonderen Brückenschlag von Pjatigorsk nach Schwerte, der im Rahmen der Fußballbrücken zustande kam.