„Geprüfte“ Vorleserinnen

Modellprojekt in Schwerte: Schülerinnen der Realschule am Bohlgarten, die sich zu Vorleserinnen ausbilden lassen möchten. (Foto: wk)

Schwerte. (Red.) Als eine von insgesamt sieben Modellregionen ist die Stadt Schwerte auserwählt worden, um an einem generationsübergreifenden Projekt der Stiftung „Lesen“ teilzunehmen.

Die Stiftung „Lesen“, die durch das Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird, bietet Schülerinnen und Schülern der Klasse 9 der Haupt- und Realschule eine Qualifizierung zur Vorleserin beziehungsweise zum Vorleser an, um anschließend ihre erworbenen Kompetenzen ehrenamtlich einbringen zu können.

„Die Resonanz auf das Projekt war sehr gut“, sagt die städtische Projektkoordinatorin Anke Skupin. „Sowohl die beiden Realschulen als auch die Hauptschule und das Johannes-Mergenthaler-Haus waren sofort mit dabei“.

Auch Senioren profitieren

Die Jugendlichen, die sich dazu entscheiden, an einem eintägigen Seminar teilzunehmen, erhalten anschließend die Möglichkeit, sich in einem Seniorenheim zu engagieren indem sie dort den älteren Menschen vorlesen. Ziel des Projektes ist, die Lese- beziehungsweise Vorlesekompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern und die Jugendlichen an das ehrenamtliche Engagement heranzuführen.

Gewinn für alle

„Es ist eine Gewinn-Situation für alle“ findet Anke Skupin. „Die Jugendlichen erhalten ein Zertifikat über die Teilnahme an dem Seminar und erwerben darüber hinaus den Ehrenamtsnachweis des Ministeriums, wenn sie nachfolgend den Kontakt zur Einrichtung halten und vorlesen“. Der Ehrenamtsnachweis bescheinigt engagiertes Verhalten und soziale Kompetenz. Erworbene Fähigkeiten, die sich auch im Hinblick auf die Berufswahl und die damit verbundenen Auswahlverfahren positiv darstellen lassen.

Anregendes Angebot

Die älteren Menschen erhalten hingegen ein anregendes Angebot zur Freizeitgestaltung. Beiden Generationen bietet das Miteinander einen spannenden Austausch, wenn sich eine Beziehung durch regelmäßige Besuche ergibt. Zusätzlich erhält die Senioreneinrichtung eine Bücherkiste mit Vorlesebüchern, die im Haus verbleibt und den Vorleserinnen und Vorlesern jederzeit zur Verfügung steht.

Start

Um den Kontakt zwischen den Jugendlichen und der ausgewählten Senioreneinrichtung direkt herzustellen, fand das erste Vorleseseminar bereits am gestrigen Freitag im Johannes-Mergenthaler-Haus statt. Der Geschäftsführer der Diakonie Mark Ruhr, Helmuth Bernhardt, sieht dem Projekt mit großen Interesse entgegen.