Schwerte. (Red.) In der Nähe des Bahnhofs ganz am Ende der Magot-Röttger-Rath-Straße liegt die große, alte Güterhalle, die noch in der Kaiserzeit entstanden ist.

Ein solides Bauwerk, stabil und innen schön hell dank der Oberlichter, die das Tageslicht hineinlassen. Ein Teil des Gebäudes – Eigentümer ist die Stadt Schwerte – wurde als Streusalzlager gebraucht, zurzeit wird es von der Deutschen Bahn im Rahmen der Bahnhofsbauarbeiten als Lager genutzt. Stadtplaner Adrian Mork hatte sich seinerzeit dafür eingesetzt, die Halle, die viel Potential bietet, nicht abzureißen.

Jugendliche haben den Ort längst entdeckt und für sich besetzt – davon künden auf die Graffitis an den Außenflächen. Doch es könnte noch viel mehr geschehen.

Vier Partner, viele Ideen

Schwerter Bürger, Junge, Alte, Kreative und Künstler brauchen große Räume, die nicht unter einem Verwertungsdruck stehen und interessante, neue Perspektiven bieten. Zu solch einem Raum soll sich die Güterhalle entwickeln. Den Weg bereiten wird eine Gruppe von Schwerter Institutionen, die sich auf Initiative der Bürgerstiftung Rohrmeisterei und mit Unterstützung der Stadt Schwerte getroffen hat, um zu überlegen, was mit der Halle – gleichermaßen abgeschieden und doch in unmittelbarer Innenstadtnähe – geschehen könnte. Die Institutionen neben der Bürgerstiftung sind der VSI – Verein für soziale Integrationshilfen mit seiner Jugendinitiative Faktor Ruhr, das Theaterensemble Studio 7 und die Ruhrakademie.

Ausbaufähig: Die alte Güterhalle am Ende der Margot-Röttger-Rath-Straße bietet viele Möglichkeiten. (Foto: Norbert Fendler)

Das magische siebte Gleis

„Wir setzen uns ein für eine ungewöhnliche Kombination aus Jugendarbeit, kulturellem Experiment und sozialer Fürsorge auch für die Stadtparkszene, die ebenfalls Räume in der alten Güterhalle bekommen soll“, sagt Peter Blaschke vom VSI/Faktor Ruhr. Im „Gleis 7“, so der Name des Projekts, kann alles Mögliche passieren: Konzerte, Kino, Theater, Workshops, Kurse, Märkte, Indoor-Skating, wilde Feste. Sechs Gleise hat der Bahnhof, das magische siebte muss erst noch entstehen –als großer Kreativraum für alle Schwerter. Und auf dem siebten Gleis könnte auch ein alter Eisenbahnwagen Platz finden und Raum für Filmprojekte bieten. Ideen gibt es mehr als genug.

2019 geht’s los

Bis 2019 wird die Halle noch von Deutschen Bahn genutzt. Dann sollen die Projekte anlaufen. „Das Dach kann mit nicht allzu großem Aufwand renoviert werden, um Fördermittel werden wir uns kümmern“, so Adrian Mork in seiner Funktion als Stadtplaner. Doch schon im Spätsommer, Anfang September, soll an der alten Güterhalle ein erstes Fest stattfinden. Bei diesem Straßenkultur-Event soll auch die Stadtparkszene am neuen Standort begrüßt werden.