Grausamer Schweinetod soll nicht ohne Folgen bleiben

Glückliches Schwein
Glückliches Schwein – leider die Ausnahme und nicht die Regel. Für Entsetzen hat kürzlich der massenhafte Schweinetod durch einen Brand in einer Massenhaltungsanlage gesorgt. Recherchen zeigen: Vorfälle dieser Art sind kein Einzelfall. (Foto: BUND)

Schwerte. Der Brand in einer Massenhaltungsanlage für Schweine in Rheine und der grausame Tod von 8000 Tieren hat Eckhard Schmidt entsetzt. „Dort sind Lebewesen und fühlende Tiere bei lebendigem Leibe verbrannt. Von den Behörden wird der Vorfall aber mit dem lapidaren Hinweis abgetan, es läge ein technischer Defekt vor“, empört sich der Ergster.

Mal nachgehakt

Eckhard Schmidt – 52, parteilos, Familienvater, Mitglied beim BUND und Mitbegründer der Schwerter Bürgerinitiative gegen Tierfabriken – hat sich mit dem Thema „Brand in Mastställen“ näher befasst und Erschreckendes entdeckt: „Wenn man sich im Internet informiert, wird man feststellen, dass solche Brände in Tierhaltungsanlagen gerade auch in NRW immer wieder vorkommen, in der gleichen Region wie Rheine sind zuletzt im März 2018 rund 850 Tiere bei einem Feuer verbrannt.“

Dabei fällt auf, dass bei allen zahlreichen Bränden immer nur angegeben wird, dass das Feuer „aus ungeklärter Ursache“ oder wegen „eines technischen Defektes“ entstanden sei. „Das wirkt schon sehr merkwürdig, wenn Ursachen verschwiegen und keine Konsequenzen gezogen werden“, gibt Schmidt zu bedenken.

 Eckhard Schmidt - Tierschutz
So geht es auch: Eckhard Schmidt mit dem Schreiben des Regionspräsidenten Hannover, der von Widersprüchen zum Tierschutz spricht und schärfere Brandschutzbestimmungen anordnet. (Foto: Norbert Fendler)

Vorgaben werden nicht erfüllt

Organisationen wie der Deutsche Tierschutzbund fordern längst eine Überprüfung der Brandschutzbestimmungen. Eckhard Schmidt hat festgestellt, dass die Behörden bei dem Bau von solchen Massentierhaltungsanlagen von dem Tierschutzziel im Grundgesetz, den Vorgaben der Nutztierhaltungsverordnung und insbesondere den Bauordnungen abweichen und die an sich vorgeschriebenen Rettungswege für Tiere sowie auch andere Maßnahmen wie Bereithaltung von Löschwasser nicht anwenden.

Widerspruch zum Tierschutz

Das gibt auch der der Regionspräsident Hannover in einem öffentlich bekannten Schreiben zu und schreibt von einem „Widersprich zum Tierschutz“, der als Staatsziel im Grundgesetz verankert ist. Diese Behörde hat als Vorreiter in Deutschland entsprechende Anforderungen an den Brandschutz aufgestellt (Meldeanlagen, Löschwasser, Rettungswege). Gleiches ist vom Landkreis Emsland zu hören, der die fehlende Tierrettung kritisiert.

Nur „Sachen“?

Eckhard Schmidt: „Es stellt sich nun die Frage, warum also Recht und Gesetz nicht angewendet werden. Wird das Baurecht nicht angewendet, weil Tiere nur als Produktionsfaktoren und seelenlose Sachen und nicht als fühlende Lebewesen angesehen werden?“

Akteneinsicht beantragt

Aufgrund dieser geradezu perversen Situation hat Eckhard Schmidt nun bei den zuständigen Behörden einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt. Angeschrieben wurden am 26. Juli der Rheinener Bürgermeister Dr. Lüttmann und die Ministerin für Umwelt und Landwirtschaft, Heinen-Esser, Düsseldorf.

Nach dem Informationsfreiheitsgesetz hat jeder Bürger einen Anspruch auf Informationen über die bei den Behörden vorliegenden Akten. Sollten die Behörden den Antrag ablehnen, wird Eckhard Schmidt den Klageweg beschreiten und rechnet dann mit einem öffentlichkeitswirksamen Rechtsstreit. Bis jetzt wurden die Schreiben noch nicht beantwortet.

Kontakt

Generell möchte Eckhard Schmidt nun klären, ob der Schutz der Tiere in der Massenhaltung bewusst ignoriert wird und hofft auf eine Wiederbelebung der Schwerter Bürgerinitiative gegen Tierfabriken. Wer sich dieser Aktion anschließen möchte und sich für Fragen des Tierschutzes und Umweltthemen interessiert, kann sich gerne an die Bürgerinitiative wenden. Kontakt: EckhardHSchmidt@web.de