Gruselgeschichten im Schummerlicht

Laternen im Herzen der Altstadt erzählen Geschichten: Jetzt wird dem Schwerter Laternenweg ein neuer Abschnitt hinzugefügt. (Foto: Archiv)

Schwerte. (NO) Auf dem Schwerter Laternenweg wird keiner hinters Licht geführt. Vielmehr bietet die Begehung erhellende Einblicke in die Schwerter Sagenwelt samt der einen oder anderen Spukgeschichte – ein Erlebnis für Jung und Alt. In Kürze wird dem Schwerter Laternenweg ein neuer Abschnitt hinzugefügt. Einweihung ist am Donnerstag, 10. November 2011. Um 18 Uhr startet die Begehung auf dem Wuckenhof. Dazu sind alle Schwerter herzlich eingeladen. Das Mitführen von eigenen Laternen ist ausdrücklich erwünscht. Am Ende des abendlichen Rundgangs erwarten die Teilnehmer am Hansebrunnen in der Mühlenstraße erwärmende Getränke.

Reiche Sagenwelt

Der erste Abschnitt mit der bildlichen Darstellung alter Schwerter Sagen auf den „historischen“ Laternen der Altstadt entstand im Jahr 2009 und zeigt die „Weiße Frau vom Wuckenhof“. In den darauffolgenden Jahren wurde der Laternenweg um die Geschichte „Die Hexenrache oder der Nachtwächter von Schwerte“ und „Der schiefe Turm von St. Viktor“ weiter ergänzt. Schon im Jahre 1852 wusste Gerhard Löbker in seinem Buch: „Wanderungen durch das Ruhrtal“ zu berichten: „Schwerte ist ein Mittelpunkt westfälischer Volkssagen“. Erzählt wird von Werwölfen, von Bündnissen mit dem Teufel, von verrückten Grenzsteinen, von der weißen Jungfrau, die einen Schatz hütet, und von einem versunkenen Schloss, das alle 100 Jahre in einer Vollmondnacht auf der Wandhofer Heide sichtbar wird – hell erleuchtet und erfüllt von Jubel und Musik. Um diese reiche, regionale Kultur zu bewahren und die Schwerter Sagenwelt ins rechte Licht zu rücken, ist die Idee des Laternenweges entstanden.

Knüppelhund

Die erfolgreiche Fortführung des Projekts wurde ermöglicht durch die Zusammenarbeit des Schwerter Heimatvereins mit den Schwerter Stadtwerken und der Sparkasse. Zum ersten Vollmond im November wird nun die Sage vom „Schwerter Knüppelhund“ auf den Laternen der Kötterbachstraße im Herzen der Altstadt erstrahlen. Die scherenschnittartigen Bilder hat abermals die heimische Künstlerin Jutta Neubaur-Montenbruck eindrucks- und liebevoll gestaltet. Auch dieses Mal erscheint ein Faltblatt mit der Erzählung und einem Orientierungsplan, der am 10. November 2011 vor Ort und danach in der Touristik-Information Schwerte im Ruhrtalmuseum kostenlos erhältlich sein wird. Im nächsten Jahr wird der Schwerter Laternenweg mit dem „Spuk in der Mühle“ vollendet. Damit ist der Rundweg dann komplett.

Wieder Nachtwächter-Führungen

Wenn die Blätter fallen, die Tage kürzer werden und die Nächte dunkel, kalt und lang, schlägt auch wieder die Stunde des Schwerter Nachtwächters in Gestalt des vielseitigen Stadttouristikers Uwe Fuhrmann. Zum ersten Rundgang in diesem Winterhalbjahr treffen sich Interessierte ebenfalls am Donnerstag, 10. November 2011. In der Folge findet der Nachtwächterrundgang an jedem Donnerstag bis zum März statt – immer pünktlich zum Glockenschlag von St. Viktor um 19 Uhr. Die kurzweilige und romantische Tour durch die Schwerter Altstadt dauert eine Stunde. Treffpunkt ist der Brunnen auf dem Marktplatz vor der St. Viktor-Kirche.