Grußwort von Bürgermeister Heinrich Böckelühr

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

das bevor stehende Weihnachtsfest und der Jahreswechsel geben uns Anlass, innezuhalten und auf ein gutes und erfolgreiches Jahr in Schwerte zurückzublicken, in dem wir gemeinsam Vieles auf den Weg gebracht haben.

Auch die zurück liegenden zwölf Monate standen ganz im Zeichen der schwierigen finanziellen Situation, in der sich unsere Stadt, nicht in erster Linie aufgrund hausgemachter Probleme, befindet. Es sieht alles danach aus, dass dies auch noch weitere Jahre so sein wird. Ein Silberstreif am Horizont ist nicht zu sehen. Wir müssen uns auch weiterhin auf finanziell wenig gesegnete Zeiten einstellen.

Die von der Landesregierung im Rahmen des Stabilitätspaktes in Aussicht gestellten rund 1,5 Millionen Euro sind da eher ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ob damit tatsächlich Schwerte und die übrigen 33 Kommunen gestärkt werden, darf indes bezweifelt werden. Das Geld ist mit der Auflage verbunden, innerhalb von fünf Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Für die Mitglieder des Rates der Stadt Schwerte bedeutet dies, dass gleich zu Beginn des kommenden Jahres viel Arbeit auf sie zukommt. Kreative Sparideen sind gefragt. Dabei ist der städtische Haushalt in den nunmehr 18 Jahren der Haushaltssicherung ausgequetscht genug und bedient fast ausschließlich nur noch vom Bund und Land vorgegebene gesetztliche Pflichtaufgaben.

Gleichwohl werden Rat und Verwaltung nicht umhin kommen, auch für das Jahr 2012 eine weitere Sparrunde einzuläuten. Denn die Entschuldung klappt nur, wenn gegenüber der Kommunalaufsichtsbehörde ein ernst gemeinter Sparplan vorgelegt wird, der um einiges strenger geprüft wird als die bisherigen Haushaltssicherungskonzepte.

Dabei wünsche ich mir, dass die Bürgerinnen und Bürger mehr als bisher regen Anteil nehmen und sich in die Diskussion einbringen. Die auf einstimmigen Wunsch aller im Rat der Stadt Schwerte vertretenen Fraktionen durchgeführte öffentliche Informationsveranstaltung zum Haushalt verfolgten nur wenige Interessierte. Die Bürgerschaft ist herzlich eingeladen, den weiteren Sparkurs der Stadt Schwerte mitzubestimmen und sich entsprechend zum Wohle des Gemeinwesen einzubringen.

Wenigstens einen großen Schritt weiter geholfen haben die von der Bundesregierung gewährten Mittel aus dem Konjunkturpaket II. Zahlreiche Baumaßnahmen und somit die wichtige Infrastruktur der Stadt Schwerte konnten wir in diesem Rahmen dank Fördermitteln von Bund und Land in Angriff nehmen.

Rund 4,2 Millionen Euro flossen nach Schwerte und wurden von den zuständigen Abteilungen im Rathaus auch rechtzeitig und entsprechend dem Baufortschritt abgerufen.

Der DRK-Kindergarten im Gänsewinkel konnte neu errichtet seiner Bestimmung übergeben werden. Auch der Neubau der Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnhalle kann Anfang des neuen Jahres eröffnet werden. Friedrich-Bährens-Gymnasium und Realschule Am Bohlgarten wurden nach energetischen Grundsätzen renoviert.

Über weitere Fördermittel kam auch das Ruhrtal-Gymnasium in den Genuß einer Renovierung im Hinblick auf Energieeinsparungen. Im kommenden Jahr ist die Gesamtschule an der Reihe, und am Friedrich-Bährens-Gymnasium ist der Bau einer ebenerdigen und multifunktionalen Aula mit Mensa geplant.

Unabhängig von den baulichen Maßnahmen können wir in Schwerte auf den Ausbau der U-3-Betreuung in den Kindertagesstätten stolz sein. Die Stadt Schwerte nimmt in NRW einen Spitzenplatz ein. Diese für Eltern und deren Nachwuchs gleichermaßen komfortable Stellung gilt es weiter auszubauen, wenn jetzt auch noch die von der Landesregierung zugesagte Übernahme der Betriebskosten erfolgt.

Mit Riesenschritten geht es auch auf der Schwerterheide weiter. Nach langen gemeinsamen Bemühungen von Kreis Unna und Stadt Schwerte konnte mit dem Bau der K 10n begonnen werden. Voraussichtlich im Sommer nächsten Jahres soll die Entlastungstrasse für die Schwerterheide fertiggestellt sein.

Demgegenüber sind die Planungen zum Ausbau der Hörder Straße ins Stocken geraten. Hier wünsche ich mir, dass die zuständige Behörde, der Landesbetrieb Straßen NRW, im kommenden Jahr mit den Planungen, die eigentlich schon in diesem Jahr mit der Einleitung des gesetzlich vorgeschriebenen Planfeststellungsverfahrens beendet gewesen sein sollten, einen wichtigen Schritt weiter kommt.

Eine wichtige Konstante ist in unserer Stadt das bürgerschaftliche Engagement. Deswegen werden die zahlreichen in diesem Bereich engagierte Menschen auch jedes Jahr auf besondere Weise durch die Verleihung der Stadtmedaille geehrt. Zum zehnten Mal fand in diesem Jahr die Veranstaltung statt, welche in einem ganz besonderen Rahmen im Rathaus durchgeführt wurde. In diesem Jubiläumsjahr erhielt das „Freiwilligenzentrum Die Börse“ die Auszeichnung. Stellvertretend für die vielen anderen Bürgerinnen und Bürger wurde das unermüdliche ehrenamtliche Wirken der Akteure gewürdigt. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass das bürgerschaftliche Wirken auch in den kommenden Jahren nicht nachlässt. Denn im bürgerschaftlichen Engagement liegt die Kraft der Erneuerung.

Um nur ein Beispiel zu nennen: Insgesamt 54 so genannte „Mikroprojekte“ wurden von 2009 bis 2011 im Rahmen des Förderprogramms des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Stärken vor Ort“ in Schwerte gefördert. Zahlreiche interessante Projekte konnten so unter anderem im Bereich der schulischen, beruflichen und sozialen Integration von benachteiligten Jugendlichen und Frauen initiiert und gefördert werden. Ohne die aus dem Europäischen Sozialfonds stammenden finanziellen Mittel wäre dies nicht möglich gewesen.

In diesem Zusammenhang, wobei wir wieder bei der finanziellen Lage der Stadt Schwerte wären, ist auch den Schwerter Sportvereinen ein Lob auszusprechen. Erst VfL Schwerte und ETuS/DJK, dann VfB Westhofen und jetzt der TuS Wandhofen: Erstere haben bereits nach einem vom zuständigen Ausschuss beschlossenen Muster, einen Nutzungs- und Überlassungsvertrag für ihre jeweiligen Sportplätze abgeschlossen. Die Wandhofener befinden sich zu diesem Zweck in ernsten Gesprächen mit der zuständigen Fachabteilung im Rathaus.

Nur wenn die Sportvereine Lasten, die noch vor Jahren in besseren finanziellen Zeiten von der Stadt geschultert werden konnten, weiter im Rahmen fairer vertraglicher Absprachen Pflichten übernehmen, können die Sportanlagen dauerhaft auf einen angemessenen Niveau gehalten werden. Ich wünsche mir, dass auch weitere Sportvereine diesem Beispiel folgen werden.

Ich möchte den Jahreswechsel gerne zum Anlass nehmen, mich an dieser Stelle bei allen ganz herzlich zu bedanken, die sich in den verschiedensten Bereichen unserer Stadt für das Gemeinwohl eingesetzt haben. Ihre vielfältige und oftmals aufopfernde Arbeit sei an dieser Stelle besonders anerkannt. Ihr Wirken, das sich oft im Verborgenen vollzieht, trägt dazu bei, dass unsere Stadt bürgernah bleibt. Herzlichen Dank dafür.

Damit die Stärken unserer Stadt noch besser als bisher nach außen wirken, ist ein Standortmarketing besonders wichtig. Ein erstes Konzept wird gerade bei der TechnoPark und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (TWS) diskutiert. Der Arbeitstitel heißt „Schwerte – wohlfühlen“. Dass dies im kommenden Jahr der Fall sein wird, davon gehe ich aus.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2012.

Ihr Heinrich Böckelühr, Bürgermeister