Gut gerüstet in die Fluten

Gehört vor allem im Winter zum Programm: Gleichgewichts- und Krafttraining beim KVS an der Ruhr. (Foto: Leo)

Schwerte. (Leo) Nach dem harten Training im Winter freuen sich die Kanuten des KVS über jeden Sonnenstahl, auch wenn die Temperaturen noch nicht so recht in angenehmere Bereiche steigen wollen.

Auf zur Lenne

Mittwoch, 15 Uhr: Treffen beim Kanuverein, um die Boote für das wöchentliche Training auf den Anhänger zu laden. Es geht nach Hohenlimburg. Im Mannschaftsbus fahren die jungen Kanuten zur beliebten und anspruchsvollen Strecke auf der Lenne. Normalerweise wird auf der heimischen Ruhr gepaddelt, die Schwerter haben jedoch auch die Gelegenheit, in der Nachbarstadt bei besseren Strömungsverhältnissen als zuhause zu trainieren.

Wetterfest

Boote, Paddel und der Rest der Ausrüstung wird herunter zum Wasser getragen, die Kanuten verschwinden in die Umkleide. Zur wetterfesten Kleidung gehören Paddeljacke, Neoprenhose, -hemd und –schuhe. Und Paddelpfötchen, eine Art Fäustlinge. Pflicht sind außerdem Helm und Schwimmweste.

Training

Nach einer Runde Warmlaufen schickt Trainerin Kordula Striepecke die jungen Kanusportler aufs Wasser. Spritzdecken werden über die Luken gezogen, die Hände in die Paddelpfötchen gezwängt. Zum Aufwärmen absolvieren die Kanuten einige Bahnen gegen die Strömung und üben verschiedene Techniken. Dann gibt die Trainerin das Okay, im unteren Bereich der Strecke bei stärkerer Strömung weiterzupaddeln und zuvor besprochenen Übungseinheiten durchzuführen. Danach werden die Boote gemeinsam zurück auf den Hänger getragen und festgeschnürt. Dann geht es wieder zurück nach Schwerte.

Abgehärtet

Kodula Striepecke ist schon in jungen Jahren Kanu gefahren und seit 1999 Trainerin beim KVS. (Foto: Leo)

Kordula Striepecke ist seit 1999 Trainerin beim KV Schwerte und selbst schon in jungen Jahren Kanu gefahren. Sie bereitet ihre Schüler vielseitig auf die neue Saison vor, wobei sie in Kraft-, Ausdauertraining und Technik unterteilt. „Natürlich liegt im Winter der Schwerpunkt beim Kraft- und Ausdauertraining, aber auch die Technik kommt nicht zu kurz“, sagt Striepecke, „und genau das ist es, was die Kanuten so abhärtet. Krankheiten wie Erkältungen treten einfach viel seltener auf!“ Die Kanuten sind natürlich auf ihre Schutzkleidung und die wetterfeste Ausrüstung angewiesen – und bei Vergessen kann es schon mal hart werden.

Ziel: Meisterschaft

Ziel für alle Mitglieder des KVS ist die Deutsche Meisterschaft in der kommenden Saison. Für die Junioren und Senioren besteht die Möglichkeit, sich für die Nationalmannschaft zu qualifizieren und es finden Ranglisten-Wettbewerbe statt. Im September können die A-, B- und C- Schüler an der Schülerländermeisterschaft teilnehmen, und besonders für Wettkämpfe ist es laut Trainerin Striepecke „sehr wichtig, Strecken kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln.“ Anders als zum Beispiel beim Schwimmen, wo die Bahnen in jedem Land gleich lang sind, unterscheidet sich beim Kanusport jede Strecke von der anderen. „Aber das ist gerade das Schöne an unserem Sport“, lacht Striepecke.

Schwieriger Übergang

Die Altersklassen beim Kanu sind in Senioren, Junioren, A-, B- und C-Schüler unterteilt, wobei gerade der Übergang vom Schüler- ins Jugendalter ein sehr großer Sprung ist, der manchem Kanuten schwer fällt. Deshalb versucht Kordula Striepecke, ihre Schüler möglichst gut auf die höheren Altersklassen vorzubereiten und ihnen bei der Angstbewältigung zu helfen.

Unter den Besten

Die Schüler trainieren dreimal die Woche, und, wenn es hochkommt´, sogar fünfmal, wobei es beispielsweise A-Schüler Simon Werski am meisten Spaß macht, im Sommer zu trainieren, weil danach noch die Möglichkeit besteht, sich in der Ruhr abzukühlen. Simon fährt seit etwa zwei Jahren Kanu und hat es schon weit gebracht. Als B-Schüler war er unter den 20 besten Slalomfahrern aus Deutschland. Simon ist ab der kommenden Saison A-Schüler und müsste sich bei der Deutschen Meisterschaft nun gegen rund 150 A-Schüler durchsetzen.

Auch Wettkämpfe mag Simon besonders am Kanusport. Sie erstrecken sich meisten über zwei, manchmal sogar über vier Tage, wobei die Schüler dann eine Schulbefreiung erhalten. Kein schlechter „Deal“!