H.E.L.P. – Alltags-Unterstützung für ältere Menschen in Schwerte

H.E.L.P. geht an den Start. Der Name ist Programm: Ehrenamtler im Ruhestand unterstützen Seniorinnen und Senioren in Schwerte mit kleinen handwerklichen Tätigkeiten. Ein Anruf genügt. (Foto: Grete-Meißner-Zentrum)

H.E.L.P. geht an den Start. Der Name ist Programm: Ehrenamtler im Ruhestand unterstützen Seniorinnen und Senioren in Schwerte mit kleinen handwerklichen Tätigkeiten. Ein Anruf genügt. (Foto: Grete-Meißner-Zentrum)

Schwerte. (Red.) H.E.L.P. ist die Abkürzung für „Hilfe Ehrenamtlicher löst Probleme“. Zehn Männer und eine Frau haben sich seit November 2016 regelmäßig im Grete-Meißner-Zentrum getroffen, um sich auf eine ehrenamtliche Tätigkeit vorzubereiten.

Ehrenamtliche möchten Seniorinnen und Senioren in ihrem Zuhause mit kleineren handwerklichen Tätigkeiten unterstützen. „Wir alle möchten – auch im höheren Alter – in unserem Zuhause leben“, sagt Wolfgang Stöve, Ideengeber des Projektes. „Aber gerade im Alter wird schon das Auswechseln des Leuchtmittels zu einer gefährlichen Angelegenheit, wenn ich dafür auf die Leiter steigen muss.“ Hier kommt H.E.L.P. ins Spiel. Ein Anruf bei Wolfgang Stöve genügt und er schaut, welches Team-Mitglied die entsprechende Fähigkeit und Zeit hat.
Keine Konkurrenz
Die handwerklichen Fähigkeiten des Teams sind vielfältig. „Das Wechseln des Leuchtmittels ist für mich kein Problem“, sagt Friedrich Eppmann, Elektriker im Ruhestand und ergänzt: „Allerdings werden wir keine Aufträge übernehmen, für die ein Fachdienst nötig ist.“ Den ortsansässigen Handwerksbetrieben möchte die „H.E.L.P.ler“ nämlich keine Konkurrenz machen. „Manchmal ist es nur eine Kleinigkeit, mit der wir einen Menschen glücklich machen können“, sagt schmunzelnd Lothar Handge, Fernsehtechniker im Ruhestand. „Regelmäßig bin ich bei meiner Nachbarin, weil die Fernsehprogramme wieder einmal verstellt sind.“
Aus allen Branchen
„Wir kommen gerne auch mit Pinsel und Farbe, wenn eine schadhafte Stelle an der Rauhfasertapete ausgebessert werden soll“, erläutert Hans Frischholz. Und sein Team-Kollege Jürgen Markschat ergänzt: „Eine Wohnung tapezieren oder streichen, das machen wir nicht, sind aber gerne behilflich bei der Suche eines Fachbetriebes.“
Die Handwerker im Ruhestand kommen aus allen Branchen, zum Beispiel Sanitär, Elektro oder Holzarbeiten. „Einen Nagel kann ich wohl in die Wand schlagen, damit das Foto des neuen Urenkels seinen Platz findet, aber ansonsten bin ich handwerklich weniger versiert“, sagt Ingo Heinz. Er macht bei dem Projekt mit, weil er Senioren beim Ausfüllen von Formularen oder bei der Begleitung zu Behörden oder Ärzten unterstützen möchte. Das ist auch die Motivation von Tanja Braun, die sich auf ihren ersten Einsatz freut.
Erster Einsatz bei Emmi Beck
Am 17. Februar fand der erste Einsatz bei Emmi Beck statt. Zur Premiere erhielt die bekannte Schwerterin einen Blumenstrauß, bevor die Leuchtmittel gewechselt und eine Ladestation für den Staubsauger montiert wurde. Grundsätzlich ist die Hilfe der Ehrenamtlichen kostenlos. Auslagen für benötigtes Material, Entsorgung oder Fahrtkosten sollten aber ausgeglichen werden.
Kontakt
Kontakt zu H.E.L.P. bekommen Interessierte über die Schwerter Rufnummer 939387. Donnerstags in der Zeit von 10 bis 12 Uhr steht der Koordinator Wolfgang Stöve für Fragen am Telefon zur Verfügung. Zu anderen Zeiten läuft ein Anrufbeantworter, der regelmäßig abgehört wird. Hier kann eine Nachricht hinterlassen werden. Ein Rückruf erfolgt dann kurzfristig.