Schwerte. „Wir verrücken den Begriff Heimat, der ja für unsere Identität mit Licht und Schatten steht, und sind damit Avantgarde!“ Das sagte Tobias Bäcker in seiner Funktion als Projektkoordinator der Bürgerstiftung St. Viktor bei der Vorstellung der nächsten Schritte für das Schwerter Museumsprojekt. Die Renovierungsmaßnahmen in der Alten Marktschänke und im alten Rathaus (ehemaliges Ruhrtal-Museum) laufen seit geraumer Zeit, herauskommen soll ein Ensemble, das den Heimatbegriff in all seinen Facetten definieren will und Bürgermitwirkung einbezieht.

Ein Experte für Schwerte

Der Vorstand der Bürgerstiftung St. Viktor kann sich bei der Realisierung des ehrgeizigen Projekts über die Mitwirkung des Museumsbauers Hannes Bierkämper vom Büro „südstudio“ aus Stuttgard freuen. „Hier wurde schon professionelle Vorarbeit geleistet“, so der Experte anerkennend. Bierkämper wird in den kommenden zweieinhalb bis drei Jahren für die Realisierung der Museumspläne sorgen. Auch Dr. Ulrike Gilhaus, Leiterin des LWL-Museumsamts für Westfalen, zeigt sich von den Entwicklungen angetan. Die Bürgerstiftung sei mit der Herangehensweise an das Thema „Heimat“ ganz weit vorn Land. Avantgarde eben.

Parcours und Einzelmodule

300 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden zur Verfügung stehen, das Obergeschoss der Alten Marktschänke und des ehemaligen Ruhrtal-Museums werden dann auf einer Ebene verbunden sein. Konzipiert ist eine Dauerausstellungsarchitektur mit niedrigen Einzelmodulen, die gleichwohl auf Wandel ausgelegt ist. Auf einer Art Parcours bewegen sich die Besucher durch die Stationen „Heimatliebe, Heimatbindung, Heimatraum“, wobei die Module den Rahmen für Videos oder Objektpräsentationen bieten.

Die historische Raumstruktur bleibt weitestgehend erhalten, kleinteilig in der Alten Marktschänke, etwas größer im ehemaligen Ruhrtal-Museum. Das Konzept ist zukunftsweisend, Schwertes Museum wird daher alles andere als ein „Heimatstübchen“ werden.

Bürgerbeteiligung ist entscheidend

Bei der Auseinandersetzung mit dem Begriff „Heimat“ werden auch fragwürdige Aspekte nicht ausgeblendet. So werden im zukünftigen Museum auch Objekte und Alltagsgegenstände zu sehen sein, die beispielsweise mit Sprüchen und Parolen auf Kriegszeiten verweisen.

Ein entscheidender Bestandteil des Schwerter Museumskonzepts wird die Mitwirkung aller Bürgerinnen und Bürger sein. „Die Schwerter können selber Objekte beisteuern und damit ihre eigene Geschichte, ihre Heimat ausstellen“, sagt Tobias Bäcker. Ein entsprechender Aufruf wird beizeiten erfolgen.