Heißer Ofen, kühles Bier

Westhofen. (Red.) Der höchste Feiertag der Nachbarschaftsmänner in Westhofen ist bekanntlich „Sup Peiter“. Ein uralter Brauch, der in der „alten Freiheit“ bis auf den heutigen Tag in Ehren gehalten und in bester Feierlaune zelebriert wird.

26. Februar ist „Feiertag“

In der heutigen Zeit findet Sup Peiter am Samstag nach dem 22. Februar statt; sollte dieses Wochenende ein Karnevalswochenende sein, wird Sup Peiter auf den Samstag vorher verlegt. In diesem Jahr findet der große Tag am 26. Februar statt. Schon eine Woche vorher, also am heutigen Samstag, verkünden die Uträupers (Ausrufer) den Festtag, indem sie durch den Ort marschieren und mit Trommel, Horn und Glocke sowie am Anfang der Tour noch mit fester Stimme den Termin verkünden. Freundliche Nachbarn reichen stärkende Getränke, damit die Februarkälte nicht gar so bitter empfunden wird.

Stammquartiere

Am Festtag selbst feiern die drei Nachbarschaften ab 20 Uhr jeweils getrennt in ihren jeweiligen Stammquartieren: die Niederste im Feuerwehrgerätehaus, Westeneicken im evangelischen Gemeindehaus und die Ostenpote im katholischen Gemeindehaus. Der Vorstand der Nachbarschaft marschiert ein und nach den Regularien sowie der Wahl eines oder mehrerer „Täpper“ (Bierzapfer) gibt es das erste kühle „Blonde“.

Heißer Ofen, kühles Bier

Nach der Stärkung mit Pfefferpothast geht es an das „Schrappen“. Kleine und auch größere Vergehen kommen vor dem glühenden Ofen zur Verhandlung. Geburten, neues Auto, Hausanstrich, Ehejubiläen, Beförderungen usw. werden gebührend gewürdigt, dem Einfallsreichtum der Schräpper, Ankläger und Rechtsprecher in Person, sind kaum Grenzen gesetzt.

Richtig Spaß macht es allen, wenn der Deliquent „mitspielt“, sich richtig wehrt – nur verbal natürlich – und nicht nur stumpfsinnig „nein“ sagt. Der Schräpper ist dann gefordert und muss seinen hoffentlich vorhandenen Mutterwitz spielen lassen, um mit möglichst viel „Winngeld“ und „Eingeschrapptem“ die Gemeinschaftskasse bereichern zu können

Gemütliche Runde

Um Mitternacht ist der offizielle Teil des Sup Peiter vorbei, die Nachbarn bleiben aber zusammen, um noch in gemütlicher Runde ein „Pröhlken“ zu halten und das Bierfass zu leeren. Dabei sein darf jeder männliche, volljährige, auch ehemalige Einwohner Westhofens oder als geladener männlicher Gast. Frauen ist die Teilnahme streng verboten, sie sind allerdings schon in Verkleidung eingeschlichen.