Hilfe für Adimali

Schwerte. (saz) Der Subkontinent Indien ist für viele eine weit entfernte, fremde Welt. Gut 7.725 Kilometer Luftlinie liegen beispielsweise zwischen Schwerte und Adimali, einem kleinen Ort im Bundesstaat Kerala im Süden Indiens. Zu weit, um eine Verbindung herzustellen?
Auf keinen Fall, findet Sebastian Karthikapallil. Er ist Vorsitzender des Schwerter Vereins „Hilfe für Adimali“. Seit fünf Jahren organisiert er Rundreisen durch sein ehemaliges Heimatland. Dabei stehen nicht die typischen Touristenpunkte auf der Reiseroute. Vielmehr geht es darum, den Schwertern das indische Lebensgefühl nahezubringen und sie in direkten Kontakt mit der Bevölkerung zu bringen. Außerdem stehen Besuche des Morning-Star-Hospitals in Adimali und eines Waisenhauses in Marayoor (ungefähr 70 Kilometer entfernt von Adimali) auf dem Programm.

Der Verein

Der eingetragene Verein „Hilfe für Adimali“ wurde 2007 gegründet. Grund hierfür war unter anderem die Arbeit der indischen Ordensschwester Aquina vom Orden der Schwestern von Nazareth. Beruflich kennengelernt hat Karthikapallil die Schwester Ende der 70er Jahre im Marienkrankenhaus in Schwerte. Sie war dort als Fachärztin für Gynäkologie, er war Stationsleiter.
Auch als Schwester Aquina wieder zurück nach Indien ging und 1985 in Adimali das „Morning Star Medical Centre“ gründete, hielten die beiden Kontakt. In einem Brief im Jahr 2007 bat die Schwester mit ihrer offenen und freundlichen Art um Hilfe und stieß damit sowohl bei Karthikapallil als auch bei anderen Schwerter Freunden und Unterstützern auf offene Ohren. So wurde der Verein „Hilfe für Adimali“ gegründet, in dessen Satzung die finanzielle und fachliche Unterstützung des Krankenhauses „Morning Star“ festgehalten ist.

Auf Reisen

Dem Verein ist es wichtig, dass er gerade in der Geldfrage Transparenz an den Tag legt, damit die Mitglieder auch sehen, dass jeder Cent in festgelegten gemeinnützigen Zweck fließt. Deswegen stand vor fünf Jahren erstmals eine Reise in das Bundesland Kerala auf dem Programm, bei der die Mitglieder sich vor Ort einen Eindruck verschaffen konnten. Auf dieser ersten Reise „entdeckte“ die Gruppe außerdem ein Waisenhaus in Marayoor, in dem vor allem Kinder aus Stammesfamilien leben. Auch dieses wird seitdem als kleines Nebenprojekt regelmäßig besucht und unterstützt.
Diese Fahrten zum „Morning Star“ in Adimali und dem Waisenhaus in Marayoor werden nun regelmäßig unternommen. Dabei kommen natürlich auch die Landschaft, Menschen und Kultur Indiens nicht zu kurz.
„Auf unseren Reisen lernen wir die verschiedenen Lebensweisen in Kerala kennen“, erklärt Karthikapallil. „Das sehr schmale Land besteht aus drei verschiedenen Regionen. Im Osten ist es bergig, im Westen liegt das Meer mit der Küste unterhalb Normalnull. Dazwischen liegt Flachland.“
Die Teilnehmer bekommen auf ihrer Rundreise einen Eindruck von diesen verschiedenen topografischen Gegebenheiten und lernen Kerala so besser kennen. An Land sind sie dabei im Reisebus unterwegs. An der Küste erwartet sie dann ein Hausboot, mit dem sie auch durch die kleineren Kanäle schippern.
Die Reisen zeichen sich besonders durch Zufallsmomente aus, wie Karthikapallil betont: „Wenn wir beispielsweise auf den Kanälen unterwegs sind und ich jemanden mit einer Kanne Tee sehe, dann frage ich auch mal, ob wir uns zu ihm gesellen können.“ Die Bewohner Keralas sind meist gern zur Gastfreundlichkeit bereits, sodass die Reisegruppe mit den Menschen vor Ort in Kontakt kommen können. Auch gemeinsames Kochen mit den Einheimischen steht auf dem Plan.
Auch auf dem Hausboot kochen die Reisenden selbst. Den Fisch fürs Abendessen können sie dabei ebenfalls eigenhändig fangen. Wer mag, darf sich auch mal ans Steuer des Bootes setzen. „Wir sind sozusagen Teil der Bevölkerung“, freut sich Karthikapallil. „Es geht darum, dass wir nicht nur gucken, sondern auch mitmachen.
Für Auskünfte zu den Rundreisen kann man sich direkt an Sebastian Karthikapallil wenden unter Tel. 02304 / 789272 oder E-Mail s.karthikapallil@hilfe-fuer-adimali.de.
Mehr Infos zum Verein gibt es unter www.hilfe-fuer-adimali.de. Dort kann man sich auch das aktuelle Jahresheft 2016 mit vielen Texten und Bildern zum Verein und dessen Arbeit herunterladen.

Unterstützung

Als aktuelles Projekt des Vereins ist eine Solaranlage für das Morning-Star-Hospital geplant, durch die während des Tages die Kosten für elektrische Energie eingespart werden können. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Mittel können dann für die Versorgung der Kranken eingesetzt werden. Der Verein rechnet dafür mit Gesamtkosten von 55.000 Euro, die mittelfristig nicht allein aus den Mitgliedsbeiträgen aufgebracht werden können. Deswegen freuen sich „Hilfe für Adimali“ über jede Spende. Denn auch kleine Unterstützungen tragen im Gesamtbild zur Realisierung eines großen Projektes teil.
Das Spendenkonto lautet:
„Hilfe für Adimali“
Sparkasse Schwerte
IBAN DE30 4415 2490 0000 0645 01
BIC WELADED1SWT