Holzpfosten-Frauen haben Chance auf den ersten Futsal-Titel

Schwerte. (hc) Technik, Taktik, Tore – beim Futsal in Schwerte bekommt man alles geboten und zwar auf höchsten Niveau. Am kommenden Wochenende findet nämlich das Frauen-Finale um den Westfalenpokal in der Ruhrstadt statt. Am Samstag ab 18 Uhr geht es in der Alfred-Berg-Sporthalle, Holzener Straße 22, um den begehrten Pokal – und den ersten Titel für Holzpfosten. „Das wäre schon cool“, erklärt Birthe Bothermund. Sie ist derzeit als Betreuerin der Damenmannschaft aktiv, da die etatmäßige Trainerin Lisa Schrader in Chile wegen eines Auslandspraktikums weilt. „Uns fehlt damit nicht nur unsere Trainierin, sondern auch eine Stammspielerin“, so Rothermund.

Startschuss

Das Duo gehört auch zu den ersten Pionieren der weiblichen Futsal-Abteilung der Holzpfosten. Die Männer sind ja schon seit längerem sehr erfolgreich in Deutschland unterwegs und bei einem „normalen“ Fußballspiel fiel dann die Entscheidung. „Es war bei einem Spiel der Ersten gegen Ergste, da hat Lisa gesagt, dass sie das auch mal ausprobieren möchte“, erinnert sich Rothermund. Es folgten erste, zarte Gehversuche. Bei der ersten Trainingseinheit kamen sieben Spielerinnen, mittlerweile sind es über 20. „Der Zulauf ist enorm. So langsam ebbt er zwar etwas ab, aber wir haben ständig neue Gesichter dabei.“
Dabei ist die Trainingszeit alles andere als optimal. Mittwochs ab 21 Uhr treffen sie sich, um zu kicken.

Vom Fußball zum Futsal

Ganz klassisch ist der Werdegang vom Fußball zum Futsal, doch es gibt auch richtige Grünschnäbel die vorher weder etwas mit dem Sport auf den Rasenviereck, noch eine andere Ballsportart zu tun hatten. Mit diesem bunten Mix aus Topfußballerinnen und Anfängerinnen können die Holzpfosten auf ein breites Leistungsspektrum zurückgreifen.
Um das Niveau insgesamt noch zu heben, wird in den Sommermonaten auf Außenplätzen an der Technik gefeilt.
Denn bei dem Spiel mit dem sprungreduzierten Ball und ohne Banden ist eine gut ausgeprägte Technik essentiell.
Stars wie Andres Iniesta vom FC Barcelona oder der brasilianische Star Ronaldinho haben in der Halle ihre Fähigkeiten erlernt. Das Spiel Fünf gegen Fünf fordert von den Akteueren nicht nur Technik, sondern auch Handlungsschnelligkeit. „Futsal ist ein temporeiches Spiel, also da passiert immer was“, beschreibt Rothermund ihren Sport.
Seit gut 15 Monate trainieren und spielen die „Holzpfostinnen“.  Und sie haben bereits eine Saison hinter sich. In der Liga gab es kein vorbei am UFC Münster, doch im Pokal ist der große Coup möglich.

Weg in die Endrunde

Auf dem Weg ins Finale schlugen sie zunächst den SSV Buer, ehe im zweiten Spiel das Team aus Aachen wartete. Das Mannschaft aus der Karlsstadt wurde relativ knapp mit 3:2 geschlagen vor heimischem Publikum und die Freude war groß, über das Erreichen des Halbfinals. Dort wartete – erneut – die Mannschaft aus Aachen. Die Rheinländer waren der „beste Verlierer“ des Viertelfinals und durften so in die nächste Runde vorrücken. „Das war schon ein bisschen blöd, zumal wir dann auch noch nach Aachen fahren mussten“, erklärt  Rothermund die spezielle Konstellation. Doch auch im zweiten Aufeinandertreffen waren die Ruhrstädterinnen nicht zu schlagen. Mit 6:3 fegten sie die Gastgeberinnen aus der Halle und erreichten das Finale.
Dort wartet nun der UFC Paderborn. Diese Formation ist den Schwertern völlig unbekannt, da sie nicht in der Liga gemeldet hatten und nur im Pokal spielten. „Dafür kennen wir Mannschaften, die gegen Paderborn verloren haben. Daran können wir dann ein bisschen die Leistungsstärke abmessen“, erklärt Rothermund. Sie ist sich sicher: „Wir wollen das Finale natürlich gewinnen.“ Bei aller Rivalität ist sie aber sehr froh darüber, dass die Gäste einer Terminverlegung zugestimmt hatten, so dass der komplette Kader zu Verfügung steht. „Das war sportlich sehr fair, dafür müssen wir uns wirklich sehr bedanken“, sagt Rothermund auch im Namen des ganzen Teams. Dass es geklappt hat mit der Verlegung, ist auch eine ganz große Motivationsspritze für die Holzpfosten. Mit dem ganzen Kader wollen sie den Titel holen – auch für das Briefpapier, das noch keine Trophäe aufweist.

Kein interner Wettkampf

Dass sie damit schneller wären als die Jungs, ist keine große Sache für Frauen. Denn alle in dem Verein ziehen an einem Strang, gerade in der Anfangszeit haben die männlichen Futsaler ihren weiblichen Kollegen bei der Trainingsarbeit unter die Arme gegriffen. Und auch die persönlichen Verbindungen untereinander sind innerhalb des Vereins groß.

Heimvorteil und Fans

Daher können die Futsalerinnen auch auf eine große Unterstützung hoffen. „90 Leute waren bei unserem ersten Spiel da, es wäre schön, wenn wir das toppen könnten“, wirbt Rothermund auch außerhalb der Holzpfosten-Familie um Fans.
Schließlich handelte es sich um einen absoluten Höhepunkt im Schwerter Sport. Der Pokal gilt zwar „nur“ für Westfalen, doch es ist wohl der einzge Pokalwettbewerb in Deutschland. „Im Süden könnte es noch ein paar Mannschaften geben, aber wir sind noch nicht so gut vernetzt“, sagt Rothermund
Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass es in diesem Jahr nur einen Pokalsieger in ganz Deutschland geben wird – vielleicht sogar aus Schwerte.