Ist St. Viktor nun doch zu laut?

Schwerte. (NO) Der nächtliche Glockenschlag von St. Viktor: Lieb gewordener Heimatklang für die einen, Ruhestörung für andere. Speziell ein Anwohner im unmittelbaren Umfeld von Schwertes historischem Wahrzeichen drohte damit, die Nachtruhe notfalls auch mit juristischen Mitteln durchzusetzen. Darauf reagierte das Presbyterium und setzte um der guten Nachbarschaft willen im August den Glockenschlag zwischen Mitternacht und 6 Uhr aus. Das wiederum empörte zahlreiche Bürger, die rund 800 Unterschriften gegen die Unterbrechung der Zeitschläge sammelten.

Aufgrund des Geläuts, das manchen Anwohnern die Nachruhe raubte, wurde aber nicht nur den fünf Glocken von St. Viktor nächtliches Schweigen vom Presbyterium verordnet, sondern auch eine Schallmessung im Sinne der Lärmschutzverordnung veranlasst. Das Ergebnis liegt nun vor. Darüber möchte die Kirchengemeinde jetzt aber noch nicht sprechen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Lautstärke der Glocken tatsächlich über den Grenzwerten liegen, die laut Lärmschutzbestimmung erlaubt sind.

Noch in diesem Monat will das Presbyterium zu einer Sitzung zusammenkommen, um die Messdaten zu besprechen und das weitere Vorgehen zu beschließen. Bis dahin soll es keine Stellungnahme geben. Einschlägige Urteile in ähnlichen Fällen wurden in der Regel jedoch zugunsten von Personen gefällt, die sich in ihrer Nachtruhe gestört fühlten. Möglicherweise muss in Zukunft der nächtliche Glockenschlag von St. Viktor schon ab 22 Uhr eingestellt werden.