Kampfansage an die Taschendiebe im Kreis

Schwerte. (Red.) Seniorenberater des Kommissariats Kriminalprävention/Opferschutz der Kreispolizeibehörde Unna zeigten in dieser Woche auf den Marktplätzen in Schwerte, Unna und Kamen Präsenz, um in einer gezielten Aktion den Taschendieben im Kreisgebiet den Kampf anzusagen.
Zusammen mit der Projektleiterin von „Senioren helfen Senioren“, Kriminaloberkommissarin Petra Landwehr, waren 18 Seniorenberater im Einsatz. Sie informierten die Bürgerinnen und Bürger mit gezielten Hinweisen darüber, wie man Taschendiebstahl vorbeugen kann und was man tun kann, wenn es denn passiert ist. Die Aktion fand vor dem Hintergrund stark gestiegener Fälle von Taschendiebstählen auch in Schwerte und einer extrem niedrigen Aufklärungsquote statt.

Miese Tricks

Bürgerinnen und Bürger wurden beispielsweise darüber informiert, dass Taschendiebe gerne die Enge suchen und besonders in größeren Menschenansammlungen ihre Opfer finden. Sie nutzen Großveranstaltungen, suchen Kaufhäuser auf, öffentliche Verkehrsmittel, Markttage und dergleichen mehr, um ihren Opfern die Taschen zu leeren. Taschendiebe beobachten ihre Opfer lange und genau, bevor sie zugreifen.
„Spitzbuben“ suchen gern auch körperliche Nähe, auch indem sie ihre Ofer anrempeln und/oder in ein Gespräch verwickeln. Dann kommt der schnelle und vom Opfer nicht bemerkte Griff in die Taschen. Auch bieten die „Klauer“ bisweilen Hilfe an, um so mit ihren Opfern in Kontakt zu kommen. Sie arbeiten dabei selten allein. Ein Täter lenkt das Opfer ab, ein zweiter stiehlt und übergibt die Beute einem dritten, der damit auf Nimmerwiedersehen verschwindet.

Vorbeugung wichtig

Die Bürgerinnen und Bürger wurden auch darüber informiert, wie sie vorbeugend einem Taschendiebstahl entgegen wirken können: Geld, Schlüssel und Wertsachen immer dicht am Körper tragen oder aber die Handtasche nicht für alle sichtbar transportieren, schon gar nicht geöffnet. Eine Tasche sollte beispielsweise umgehängt, der Riemen quer zum Körper angelegt sein und die Verschlüsse zum Körper hin zeigend getragen werden. Bargeld oder Zahlungskarten sollten nur in geringer Zahl mitgeführt werden. Auch wurde für weiter gehende Aufklärung gesorgt: „Sich nie ablenken lassen“, so die Info – eben: „Schlauer sein als der Klauer“!

Hilfe suchen

Und was tun, wenn es passiert ist? Dann können andere Personen direkt um Hilfe gebeten werden. Das Opfer sollte sich Tätermerkmale einprägen, um den oder die Diebe später beschreiben und eventuell identifizieren zu können. Zahlungskarten sollten sofort gesperrt werden. Und natürlich muss sofort die Polizei informiert werden. Die Notrufnummer 110 sollte bekannt sein. Die Bundespolizei ist unter der kostenlosen Hotline 0800/ 6888000 erreichbar.

Fallzahlen gestiegen

Im Bereich Taschendiebstahl sind die Fallzahlen im Kreis Unna in 2015 um 22,99 angestiegen. Verzeichnete die Behörde im Jahr 2014 insgesamt 435 Taschendiebstähle, so stieg diese 2015 um exakt 100 auf 535 Taschendiebstähle an. Die Aufklärungsquote ist hier im Vergleich zum Jahr 2014 um 1,91 Prozent gesunken, sie lag 2015 bei 4,3 Prozent. In Schwerte wurden 2014 78 Taschendiebstähle registriert, im vergangenen Jahr waren es schon 127 Fälle. In beiden Jahren wurden nur drei Vorfälle aufgeklärt.