„Keine Spur von Zickenkrieg!“

Von Zickenkrieg keine Spur. Auch am Rande des Spielfeld kam es zu interessanten Begegnungen. (Foto: Verein)

Schwerte. (NO) Die Frauen-WM läuft – für unser Team im Moment noch etwas holperig – und die 1. Schwerter Mädchen-WM ist gelaufen. Nach anfänglichem Bibbern und Bangen ob der zunächst mauen Anmeldungen wurde der Geisecker Sportplatz, wo am vergangenen Wochenende auch die Stadtjugendmeisterschaften ausgetragen wurden, doch noch richtig voll. „Deutschland“ gewann gegen „Brasilien“ mit 6:2, die Mädchen hatten bei der „Internationalen Begegnung“ auf heimischem Platz, die auch vom wochenkurier unterstützt wurde, ihren Spaß und durften auch die gesponsorte Kluft behalten. Der Hauptwunsch der Initiatorin Jutta Krüger, Begeisterung für den Mädchenfußball (auch bei den Zuschauern) zu wecken, war damit erfüllt. Mit Jutta Krüger, die beruflich als Krankenschwester tätig ist und am Sonntag ihren 49. Geburtstag feiert, sprach jetzt der wochenkurier.

wk: Frau Krüger, in welcher Form engagieren Sie sich für den Fußball im allgemeinen und den Mädchenfußball im Besonderen?

Jutta Krüger: Ich bin Fachgruppenvorsitzende für Jugendfußball im Stadtsportverband Schwerte und war zwölf Jahre Trainerin der Mini-Kicker und der U13-Mädchen beim Geisecker SV.

wk: Sie waren Trainerin? Machen Sie nicht weiter?

Jutta Krüger: Ich werde mich vom Geisecker SV verabschieden. Dem Stadtsportverband bleibe ich aber erhalten.

wk: Werden Sie einem anderen Verein beitreten?

Jutta Krüger: Sicher, ich bin für alle Vorschläge offen. Natürlich möchte ich schwerpunktmäßig Mädchenteams betreuen. Das Thema ist aktuell, da wird sich schon was finden.

wk: Welche Vereine hier bei uns können Sie nennen, wenn es um Mädchenfußball geht?

Jutta Krüger: Da ist zuerst natürlich der TuS Wandhofen, der hat gleich in mehreren Altersgruppen gute Mädchen- und Frauenteams. Der SV Berghofen hat auch zwei gute Damenmannschaften, Holzwickede ist ebenfalls mit im Spiel, in Hennen gibt es die U17 und weitere Mädchenteams sind dort im Aufbau.

wk: Der Frauen- beziehungsweise Mädchenfußball ist also auf dem Vormarsch?

Jutta Krüger: Könnte man so sagen. Trotzdem bleibt noch einiges zu tun. Aber die Mädchen werden erfreulicherweise immer selbstbewusster, motivieren sich gegenseitig, und durch unsere Aktion in Geisecke und die laufende Frauen-WM bekommt der Sport hoffentlich weiterhin Auftrieb. Es geht jetzt darum, die Entwicklung nicht nur weiter zu beobachten, sondern sie gezielt in den Vereinen zu fördern.

wk: Gibt’s eigentlich noch Vorteile gegenüber kickenden Mädchen?

So kennt man sie: Jutta Krüger mittendrin. Jetzt möchte die heute noch 48-Jährige den Verein wechseln. (Foto: Verein)

Jutta Krüger: Ach ja, da und dort schon noch. Manche Jungs äußern sich zuerst etwas abfällig, sind dann aber doch erstaunt, wenn sie erkennen, wie gut viele Mädchen auf dem Platz sind. Aber alles in allem sind die Negativstimmen weniger geworden.

wk: Spielen Mädchen anders?

Jutta Krüger: Sie spielen vergleichsweise weniger hart als Jungs. Eine gute Erfahrung ist es dann, wenn sie in Jungenmannschaften mitkicken. Und wenn sie dann in reinen Mädchenteams weitermachen – bis zur „D“ sind die Mannschaften gemischt, erst aufsteigend gibt es dann reine Jungen- und Mädchenteams – bringen sie manchmal ganz gesunde Härte mit ins Spiel. Und dann gibt es natürlich noch die richtigen ’Kampfzicken’, die lassen sich von vornherein sowieso nicht einschüchtern.

wk: Was ist in der Vereinsarbeit im Hinblick im Hinblick auf Mädchenfußball noch ausbaufähig?

Jutta Krüger: Die Vereinsstrukturen sind manchmal noch etwas konservativ. Ich halte eine Neuausrichtung auf Trainerebene für sinnvoll. Wir müssen weg von der Einstellung, dass die Betreuung von Minis und Mädchen reine Frauensache ist. Wenn ich ein Mädchenteam aufbauen müsste, würde ich mich auch über die Unterstützung eines männlichen Kollegen freuen. Außerdem ist die männliche Ansprache doch etwas anders, die würde einigen Mädels ganz gut tun.

wk: Spielen Sie eigentlich Fußball?

Jutta Krüger: Nein. In den Fußballsport bin ich eigentlich über meine Söhne reingerutscht, ich war schon in Garenfeld als Trainerin aktiv, und als unsere Familie nach Geisecke zog, wurde ich dort gleich eingebaut. Natürlich interessiere ich mich aber für Fußball, habe Trainerschulungen und Weiterbildungen absolviert und gucke natürlich auch Fußball im Fernsehen.

wk: Was war Ihre erste sportliche Betätigung?

Jutta Krüger: Als Kind war ich beim TSV Hagen in einer Mädchengymnastikgruppe. Aber ich glaube, wenn es damals schon Mädchenfußballteams gegeben hätte, dann hätte ich schon gerne mitgekickt!