Kernkompetenz Neugier: Ruhrstadtkinder in Aktion

[1/2] Das Logo der „Ruhrstadtkinder“ – die Ähnlichkeit mit dem Schwerter Wappen ist durchaus beabsichtigt. (Foto: Wochenkurier) [2/2] Das Logo der „Ruhrstadtkinder“ – die Ähnlichkeit mit dem Schwerter Wappen ist durchaus beabsichtigt. (Foto: Wochenkurier)

[1/2] Das Logo der „Ruhrstadtkinder“ – die Ähnlichkeit mit dem Schwerter Wappen ist durchaus beabsichtigt. (Foto: Wochenkurier) [2/2] Das Logo der „Ruhrstadtkinder“ – die Ähnlichkeit mit dem Schwerter Wappen ist durchaus beabsichtigt. (Foto: Wochenkurier)

Schwerte. (NO) Feder und Bleistift gekreuzt auf rotem Grund, darunter der Schriftzug „Ruhrstadtkinder“: eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Schwerte-Wappen ist nicht von der Hand zu weisen und durchaus beabsichtigt. Aktiv im Projekt „Ruhrstadtkinder“ sind aufgeweckte Jungbürger, die Spaß daran haben, ihrer Gestaltungskraft schriftstellerisch Raum zu geben. Daraus könnte sogar ein Buch werden.

Zurzeit arbeiten sechs Kinder im Haus der Projektleiterin Andrea Reinecke an ihren Geschichten – alle gemeinsam, einsame Autorenschaft ist im munteren Kreis nicht vorgesehen. Der „Literaturclub für junge Schwerter“ wird sich auf absehbare Zeit aber noch vergrößern, und dann wird auch ein neuer Treffpunkt gesucht. Gestützt wird das Projekt von der Bürgerstiftung Rohrmeisterei durch die Übernahme der Rechtsträgerschaft.
Punkt Eins: Wir
„In unserem Projekt ‚Ruhrstadtkinder‘ werden rund 20 Schwerter Orte von Kindern literarisch bearbeitet“, erklärt Andrea Reinecke mit ansteckender Begeisterung für die Erweckung kreativer Potentiale bei den jungen Schwertern. Und das geht offenbar auch ganz gut ohne ständige Smartphone-Präsenz – aber mit klarem Konzept. Punkt Eins heißt: Wir. Danach arbeiten die Kinder (Klasse 4 bis 6) im Team, stellen gemeinsame Regeln auf, entwickeln Rituale und Routine und erarbeiten gemeinsam Geschichten. Gute Noten in Deutsch sind nicht Voraussetzung – die erwünschte Kernkompetenz ist Neugier.
Punkt Zwei: Machen
Die Jungautorinnen und -autoren formulieren, argumentieren, bündeln und strukturieren. So entwickelt sich eine Schreibdynamik und die Geschichten finden meistens ein gutes Ende. Hintergrundwissen zu Buchkunst und Layoutentwicklung finden ebenfalls Eingang in den kreativen Prozess.
Punkt Drei: Geschichte(n)
„Kinder sehen ihren Lebensraum, ihre Heimatstadt Schwerte mit ganz eigenen Augen. Wo Erwachsene ein Problem sehen, finden Kinder eine Chance“, weiß Projektleiterin Andrea Reinecke, die selbst eine mittlerweile 18-jährige Tochter hat und mit dem professionellen Schreiben vertraut ist. „Geschichten entwickeln sich natürlich und spontan und eine an realen Schauplätzen entwickelte Dramaturgie treibt den Erzählfluss an. Außerdem findet eine Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt statt.“ Die Aktivitäten der jungen Schriftsteller/innen sollen demnächst in Buchform ihren Niederschlag finden, außerdem wird an eine Lesung gedacht.
Großzügige Spende
Gefreut haben sich Andrea Reinecke und die „Ruhrstadtkinder“ in dieser Woche besonders über eine großzügige Spende: Egon Schrezenmaier hat mit 1741,20 Euro die Hälfte seiner Einnahmen als Schwerter Ratsmitglied weitergereicht – ein Riesengeschenk. Damit können jetzt ein Tablet für das gemeinsame Schreiben und Kapuzenpullis angeschafft werden. Denn die Kinder möchten, dass man sie auf den ersten Blick an ihrem Outfit erkennt, wenn sie, ausgestattet mit Bleistift und Klemmbrettern, bei ihren Recherchen durch Schwerte ziehen. In Planung ist außerdem ein Stammtisch-Wimpel – für Scheibtreffen in der Eisdiele.