Kommissar „Maazel“ hat den Härtetest bestanden

Gut gerüstet stellte sich der Wandhofener Polizeikommissar Marcel „Maazel“ Mertens der Herausforderung des Ultratrails rund um die Zugspitze. Die atemberaubende Kulisse entschädigte ein wenig für die Strapazen des 100-Kilometer-Laufs. (Foto: sportograf)
Gut gerüstet stellte sich der Wandhofener Polizeikommissar Marcel „Maazel“ Mertens der Herausforderung des Ultratrails rund um die Zugspitze. Die atemberaubende Kulisse entschädigte ein wenig für die Strapazen des 100-Kilometer-Laufs. (Foto: sportograf)

Wandhofen. (NO) Zur Zugspitze – des Laufens wegen. Polizeikommissar Marcel Martens, genannt „Maazel“, stellte sich der Herausforderung – und bestand den Härtetest.

Das idyllische Zugspitzdorf Grainau stand kürzlich mit dem „Salomon Zugspitz Ultratrail“ erneut im Zeichen des Trailrunning! Auch die dritte Austragung des Lauf-Highlights hatte es in sich: 100 Kilometer und 5420 Höhenmeter mussten die Teilnehmer der Ultra-Distanz in maximal 25 Stunden zurücklegen. 68,8 Kilometer und 3120 Höhenmeter hatten die Teilnehmer des Supertrail, dem kleineren Bruder der über 100 Kilometer langen Ultra-Distanz, in maximal 17 Stunden zu bewältigen. 35,6 Kilometer und 1892 Höhenmeter warteten auf die Teilnehmer des Basetrails, der kürzesten der drei angebotenen Distanzen.

Atemberaubende Kulisse

Die landschaftlich reizvolle Strecke führte vor einer atemberaubenden Kulisse rund um die Zugspitze durch das Wettersteingebirge und entschädigte die Bergläufer für die Anstrengungen. Der Startschuss für dieses außergewöhnliche Langstreckenrennen fiel am 22. Juni um 7.15 Uhr.

Noch 50 Kilometer: „Maazel“ auf halber Strecke. (Foto: privat)
Noch 50 Kilometer: „Maazel“ auf halber Strecke. (Foto: privat)

Eine Herausforderung

Marcel „Maazel“ Martens stellte sich der außergewöhnlichen Herausforderung. Rund zwölf Wochen hatte sich der Polizeikommissar aus Wandhofen auf den Zugspitz Ultratrail vorbereitet. „Ich wollte immer schon mal antesten, ob ich imstande bin, 100 Kilometer am Stück zu laufen. Neben dem größten Glück auf Erden, die erst acht Wochen zurückliegende Geburt unserer Tochter Anni, ein weiteres Highlight in kürzester Zeit!“

Trainingszeit war rar

Der Salomon Zugspitz Ultratrail verlangt bei der Anmeldung zwar keine Qualifikationen, trotzdem hatte „Maazel“ sich einigermaßen gewissenhaft auf diesen Lauf vorbereitet: „Ich kam auf etwa 30 bis 50 Trainingskilometer pro Woche, mal mehr, mal weniger. Außerdem waren in diesem Jahr schon die Schlamm-Läufe ToughGuy, Braveheart-Battle und zuletzt der Harzer Keiler-Run auf dem Programm meiner Finisher-Liste. Dazu diverse andere Späße jeglicher Sportarten. Den Düsseldorf-Marathon habe ich quasi vom Kreißsaal aus sausen lassen, ebenso den folgenden Strongmanrun.“ Aber an dem hat der Wandhofener ohnehin schon dreimal teilgenommen. Die Trainings-Zeit für die Zugspitzumrundung war diesmal rar – nur einmal ging es überhaupt jenseits von 30 Kilometern in die Vorbereitung. Der Grund: „Diesmal war es mir wichtiger, Zeit für meine Tochter zu haben.“

Mehl in Rucksack

„Wettkämpfe gehören für mich ja schon zur Normalität“, erzählt Marcel Martens. „Ich hätte gern dieses Jahr schon an mehr Veranstaltungen teilgenommen. Dafür schleppte ich aber im Training drei Kilo Mehl mit, um die Belastung zu steigern und das Equipment in der Praxis zu testen.“

Besser als erwartet

Beim Salomon Zugspitz Ultratrail mussten die Teilnehmer einen Laufrucksack mitnehmen. Zur Pflichtausrüstung zählen neben Rettungsdecke und Erste-Hilfe-Set auch ausreichend Flüssigkeit, warme und regendichte Bekleidung, ein Mobiltelefon sowie eine Stirnlampe. „Ich schätzte, rund 20 Stunden zu benötigen, aber das weiß man ja vorher nie so genau“. „Maazel“ schnitt letztendlich mit 18:42:01 Stunden als 82. in der MEN-Kategorie wesentlich besser ab als erwartet. Fototechnisch begleitet wurde er – wie immer – von seinem Freund Kai. Als bester Teilnehmer lief Philipp Reiter nach 11:11 Stunden im Ziel ein.

Marcel „Maazel“ Martens: „Mein bis dato härtester, aber auch schönster Lauf überhaupt! Könnte glatt passieren, dass ich der Zeitjagd bei ,normalen‘ Marathons den Rücken kehre und mich öfters vom Reiz der Ultra-Distanz verlocken lasse…“