Schwerte. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Schwerte eG (GWG) steht seit vielen Jahrzehnten für klimafreundliches Bauen unter Einsatz erneuerbarer Energien. Bereits heute werden 42 Prozent der GWGWohnungen mit Biomasse beheizt.
Mit der Klimaschutzsiedlung Lohbachstraße geht die Schwerter Genossenschaft noch einmal einen Schritt weiter: Gemeinsam mit den Stadtwerken wird hier erstmals in Schwerte das sogenannte Mieterstrom-Modell umgesetzt. Das heißt: Auf den Dächern der Gebäude in der Lohbachstraße installieren die Stadtwerke Photovoltaikanlagen, die im Jahr etwa 78.300 Kilowattstunden Strom produzieren werden.

Sonne liefert günstigen Strom

Diesen ökologischen Strom – und das ist neu – können die zukünftigen Mieterinnen und Mieter direkt nutzen. Lediglich der überschüssige Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Das hat nicht nur einen Umweltnutzen, der Strom wird auch günstiger sein als der herkömmliche Strommix, der ansonsten über das Leitungsnetz bezogen wird.

Mieter entscheiden

„Natürlich entscheiden die einzelnen Mieter selbst, ob sie den umweltfreundlichen Sonnenstrom beziehen möchten oder den herkömmlichen Strom aus dem Netz“, erklärt GWG-Vorstand Ralf Grobe. Aber er ist sich genau wie Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Grüll sicher: Das Mieterstromprojekt wird ein Erfolgsmodell werden, dass auch die GWG-Mieter in der Lohbachstraße überzeugen wird.

„Der Klimawandel hat uns erreicht, da müssen wir uns nichts vormachen“, erklärt GWG-Vorstand Jürgen Tekhaus. „Jetzt kommt es umso mehr darauf an, dass wir alles tun, um die CO2-Emissionen nachhaltig zu reduzieren. Wenn dies dann noch zu guten Konditionen möglich ist, umso besser.“

CO2 reduzieren

Allein mit der Photovoltaikanlage auf den Dächern der zukünftigen Klimaschutzsiedlung werden etwa 37.000 Kilogramm CO2 eingespart werden. Das entspricht dem Volumen von 217 Vierzigtonner-LKW. Der schöne Nebeneffekt der direkten Stromnutzung: Die Sonnenenergie speist auch die Ladestationen für Elektroautos und Elektrofahrräder, die in der Tiefgarage Lohbachstraße installiert werden.

Modellprojekt

Für Stadtwerke und GWG steht fest: Wenn dieses Pilotprojekt erfolgreich umgesetzt wird, ist es auch ein Modell für die weiteren Bauprojekte der Genossenschaft. Für den GWG-Vorstand ist auch eine Nachrüstung auf bestehenden Gebäuden denkbar: „Wenn die Rahmenbedingen stimmen und die Gebäude eine unkomplizierte Nachrüstung hergeben, sehen wir noch viel Ausbaupotential.“

Mit ihrer Unterschrift unter den Kooperationsvertrag besiegelten die beiden GWG-Vorstände Grobe und Tekhaus sowie Stadtwerke-Geschäftsführer Grüll nicht nur das Mieterstromprojekt. Auch die Wärme- und Warmwasserversorgung der 52 Klimaschutzwohnungen in der Lohbachstraße wird in dieser Kooperation der beiden Unternehmen geregelt: Mit einem Blockheizkraftwerk, das mit Biogas betrieben wird, versorgen die Schwerter Stadtwerke zukünftig das Quartier. „Im Grunde besteht das eingesetzte Biogas aus den Vergärungsprozessen tierischer Ausscheidungen“, erläutert Michael Grüll. „Wir können hierdurch nochmals knapp 220.000 Kilogramm CO2 einsparen, das sind dann weitere 1287 LKW-Ladungen.“