„Kulturbräu“: Schwerte-Ost braucht Gärungsprozesse

Kulturbräu Schwerte-Ost
Erhoffen sich Impulse für Schwerte-Ost durch den „Kulturbräu“-Treffpunkt in der ehemaligen Metzgerei (v.l.): Holger Ehrich, Matthias Hein, Dimitrios Axourgos, Marcus Droll und Andrea Reinecke. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte-Ost. Frisches Leben soll im denkmalgeschützten Ortsteil Schwerte-Ost für Beteiligung und Aktion sorgen. Ein ungewöhnlicher Zusammenschluss aus Kulturbüro und Genossenschaft, aus Bürgermeister und Braumeister macht aus einer alten Metzgerei einen Kulturort der besonderen Art: Das Kulturbräu zieht 2019 ein. Zwischen Brauwochen und Gärzeit bleibt reichlich Zeit, um das kulturelle Leben im Ortsteil zu gestalten.

Mikrobrauerei als Treffpunkt

Es ist die unkonventionelle Initiative von Matthias Hein (stellvertretender Vorstand KuWeBe) und Andrea Reinecke (Kulturbüro), die erste Impulse setzten und gleich auf wohlwollende Begleiter trafen, denn das Projekt ist passgenau für den Ort. Das soll passieren: Eine Mikrobrauerei zieht in die ehemalige Metzgerei am Hohenstein 28 in der Kreinbergsiedlung ein. Unter Anleitung eines Paten wird ein etwa achtköpfiges Brauteam geschult, um nach und nach das Projekt eigenverantwortlich weiterzuführen. Es geht dabei nicht primär ums Bier, sondern eher um Kultur vor Ort, Kontakte und Impulse. Dementsprechend gering wird zunächst die Menge sein, die in Schwerte-Ost gebraut werden soll – was aber nicht so bleiben muss.

Projekt mit Bodenhaftung

Markus Droll, Geschäftsführer der EWG, stellt nicht nur die Räume zur Verfügung, sondern spinnt die Idee konkret weiter: “Ich kann mir sehr gut auch einen Zusammenschluss bei diesem Projekt mit den anderen Genossenschaften vor Ort vorstellen und auch die Handwerker, die hier in der alten Eisenbahnersiedlung arbeiten, sind für ein Projekt mit so viel Bodenhaftung sicher ansprechbar.“

Handwerk und Kontakte

Andrea Reinecke vom Kulturbüro betont den Netzwerkcharakter: „Bierbrauen ist ein komplexer Prozess und das Thema braucht Sorgfalt, Geduld und Hingabe. Es geht um Handwerk und Genuss, um Lebenshaltung und die Frage, was ist wichtig. Dass dabei Gespräche und Ausstellungen, Vorträge und die Diskussion über den und im Ortsteil zustande kommen – umso besser.“

Ortsteilbelebung

Für den Schwerter Bürgermeister Dimitrious Axourgos ist die bürgernahe Belebung des Ortsteils wichtig: “Wir sind hier sowohl thematisch als auch örtlich nah an den Menschen und können den Ortsteil neu erleben und entwickeln. Das ganze zwanglos und mit einem Begleitprogramm, das auf den Ortsteil zugeschnitten ist. Ich bin sehr für dieses Projekt und freue mich über das Engagement. Manchmal muss man auch Ungewöhnliches wagen!“ Auch Kulturbüro-Leiter Holger Ehrich ist vom Kulturbräu-Projekt begeistert.

Hin zu den Leuten

Matthias Hein, der selber lange Jahre im „Negerdorf“ gelebt hat und seine Qualitäten zu schätzen weiß, weist auf die Resonanz in den Einrichtungen hin: „Raus aus den Einrichtungen und hin zu den Leuten hat auch für die KuWeBe-Einrichtungen einen besonderen Charme. Warum nicht eine Ausstellung mit historischen Bildern oder eine moderne Fotosafari aus dem Programm der VHS hier enden lassen? Es ist gut, wenn wir alle in Bewegung kommen. Die Welt verändert sich – auch in Schwerte-Ost.“

Gesucht werden nun Unterstützer auf allen Ebenen: ideell, finanziell und mit dem Wunsch zur Vernetzung und Beteiligung.