Kunst mit Stallgeruch

Schwerte. (NO) Wiesentanz, Scheunenoper, Landgesang: Einen ländlich-poetischen Kunstreigen hat das Kunstprojekt „artscenico“ aus Dortmund ins Leben gerufen. Fünf Bauernhöfe im Ruhrgebiet sind Schauplatz von Performance-Kunst unter dem Titel „LandTanz“. Für die letzte Aktion dieser Art wurde das Haus Rutenborn an der Dorfstraße 39 bei Geisecke ausgeguckt. Das stattliche Gemäuer mit der Anmutung eines historischen Wasserschlosses – das Wohngebäude ist immerhin rund 400 Jahre alt – ist schon ohne Kunst und Co. einen Besuch wert.

Schlussakt

Da staunt der Bauer! Das Projekt „artscenico“ verwandelt das idyllische Haus Rutenborn bei Geisecke am kommenden Samstag in einen Kunstparcours mit Tanz, Schauspiel und Musik. Hier der Schauspieler Matthias Hecht als Bauer (mit Maske) und Tänzerin Margarita Nagel in Aktion. (Foto: Norbert Fendler)

Premiere hatte die Produktion „LandTanz – Schuppen, Scheunen und Schamanen“ am 16. September in Essen. Zum Abschluss der Reihe ist Schwerte dran – am Samstag, 24. September 2011. Dann kann das in zwei Gruppen geteilte Publikum ab 18.30 Uhr dem Performance-Parcour zwischen Idyll und Illusion am und im Haus Rutenborn folgen. Tanz, Schauspiel und Musik präsentiert die „artscenico“-Truppe abermals unter der künstlerischen Leitung von Rolf Dennemann. Im Innenhof wird zudem für Verpflegung gesorgt.

International

An den Performances in den Bereichen Tanz, Schauspiel und Musik beteiligt sind internationale Künstler aller Sparten beteiligt, die sich den Gegebenheiten vor Ort anpassen. Der Musiker Tumru, unter dem Namen Yanlav Tumursaikhan in der Mongolei geboren, spielt bei „LandTanz“ auf der zweiseitigen Pferdehalsgeige. Außerdem treten die Tänzer Natalia Kielan und Damian Gilewski aus Lodz auf. „LandTanz“ will Kunst und Bauernhof diesseits und jenseits der Klischees zusammenbringen. Zugleich möchte die Produktion einen alternativen Blick auf das Ruhrgebiet aus einer ländlichen Perspektive am Rande der Großstädte ermöglichen.

Förderwürdig

FörderwürdigDie Reihe „LandTanz“ ist Teil des von der EU geförderten Projekts „SANCTUARY/Schutzraum“, das im Kulturhauptstadtjahr seinen Auftakt mit „Kein Wasser runterschütten“ in Essen feierte und nach Produktionen in Malta, Litauen, Polen und der Türkei nun auf den Bauernhöfen des Ruhrgebietes endet. Mit diesem innovativen Konzept hat „artscenico“ auch die Jury des EU-Programms „Kultur“ überzeugt: Es ist das einzige Kunstprojekt im Ruhrgebiet, das im Jahr 2011 von der EU mitfinanziert wird. Deutschlandweit unterstützt die EU-Kulturförderung nur sechs Projekte.

Der Eintritt zum Haus Rutenborn (Hof Schulte) an der Dorfstraße 39 am kommenden Samstag kostet im Vorverkauf vor Ort 15, ermäßigt 10 Euro, an der Abendkasse 20, ermäßigt 15 Euro. Beginn ist um 18.30 Uhr. Um wetter- und geländegerechte Kleidung wird gebeten. Karten sind auch unter www.nrw-ticket.de und www.artscenico.de erhältlich. Das Kontigent ist begrenzt.