Wolfram ter Jung und Uwe Fuhrmann mit dem einzigartigen Zeitdokument: der Schellack-Platte, auf der der vor 140 Jahren geborene Heimatdichter Albert Knülle eines seiner beliebtesten Gedichte singt. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (NO) Man nannte ihn den Stadtpoeten von Schwerte: Albert Knülle (1878–1961) war ein Heimatdichter, der in hoch- und plattdeutscher Sprache das Leben und Treiben in der alten Ruhrstadt gemütvoll aufgezeichnet hat. Jetzt ist eine alte Schellack-Schallplatte aufgetaucht, auf der die Stimme des Poeten zu hören ist – ein Unikat und ein heimatgeschichtlich interessanter Fund. Zudem ein Kuriosum – denn man hört Knülle singen. Und stellt dabei fest: das war wohl seine Sache nicht.

Uwe Fuhrmann: „Die alte Platte fand sich in den Unterlagen, die Christopher Wartenberg beim Schichtmeisterwechsel dem Heimatverein zur Verfügung gestellt hat. Aufgenommen wurde sie im Schwerter Tonstudio von Max Stegmann, das sich dereinst an der Mährstraße befand. Darauf verweist ein Stempel auf der Plattenhülle. Aufgenommen wurde die Platte wohl um 1950.“

Schellack-Song als Videoclip

Das Tondokument – Albert Knülle singt auf seine ganz eigene Weise „Wo die Ruhr sich schlängelt durch das stille Tal“ nach der Melodie von „Wo die Nordseewellen trekken an den Strand“ – wurde an den Videoproduzenten Wolfram ter Jung übergeben. Der bügelte den Sound glatt – Husten zwischendurch und nicht ganz getroffene Töne ließen sich nachträglich jedoch nicht korrigieren – und unterlegte das in Schwerter Platt gesungene Heimatlied mit den passenden Bildern.

Herausgekommen ist eine wunderliche, gleichwohl liebevoll-kuriose Erinnerung an das Wirken des Schwerter Stadtpoeten Albert Knülle genau 140 Jahre nach seiner Geburt. Die alte Schellack-Platte hingegen kommt nun ins Stadtarchiv.

Den Videoclip gibt es auf YouTube zu sehen.