Landwirte: „Bitte mehr Rücksicht in den Ruhrwiesen!“

Ruhrwiesen Trampelpfad
Wo bleibt der Respekt vor landwirtschaftlichen Nutzflächen? Trampelpfade in den Ruhrwiesen und kaputte Zäune verärgern die Landwirte. Landwirtschaft und Erholungsraum müssen sich aber nicht widersprechen. (Foto: privat)

Schwerte. Im Einklang mit dem Wasserschutz werden die Ruhrwiesen in Schwerte von Landwirten mehrmals im Jahr gemäht, um Tierfutter zu erzeugen. Leider ist in den letzten Jahren vermehrt festzustellen, dass Hundebesitzer und andere Erholungssuchende die landwirtschaftlich genutzten Wiesen betreten und regelrechte Trampelpfade anlegen. Dazu werden sogar vorhandene Zäune niedergetreten und zerstört. Selbst Hundekot wurde auf den Wiesen vorgefunden.

Da die Landwirte als Pächter alleinige Nutzer der Wiesen sind, stellt das unerlaubte Betreten und Niedertrampeln eine Eigentumsverletzung dar. Trampelpfade behindern zudem die Filterfunktion in der Wasserschutzzone. Die Verunreinigung der Wiesen birgt darüber hinaus Gesundheitsgefahren für das Vieh als „Endverbraucher“.

Landwirt Bernd Schulte: „Landwirtschaft und Erholungsraum müssen sich nicht widersprechen. Was wir aber dringend wieder brauchen, ist ein natürlicher Respekt vor landwirtschaftlichen Nutzflächen. Unser Vieh verdient gutes und sauberes Futter!“

Schilder werden aufgestellt

Um Spaziergänger davon abzuhalten, illegale Trampelpfade zu nutzen, stellen die Landwirte in den nächsten Tagen nicht zu übersehende Schilder auf. Diese appellieren an die Spaziergänger, die Wiesen nicht zu betreten, sondern die vorhandenen Wege zu nutzen; und erklären zugleich den Zusammenhang von Heugewinnung und Tierfutter. Der westfälisch-lippische Landwirtschaftsverband, der diese Aktion unterstützt, hat gute Erfahrungen mit derartigen Hinweisschildern gemacht.

„Verantwortungsbewusst verhalten!“

Auch die Aktiven vom Projekt „Riesenbärenklau Schwerte“ wünschen sich, dass die Ruhrwiesen unangetastet bleiben. Schließlich haben sie rein ehrenamtlich alle Ruhrwiesen sowie das Ruhrufer von der wuchernden Giftpflanze befreit. Bei einer der Ruhrwiesen wurden bereits über 3000 dieser gefährlichen Pflanzen ausgegraben, damit das Gras wieder breitflächig wachsen kann.

Dr. Matthias Geck: „Die Mitglieder unseres Teams haben viel Zeit und Energie in die gut sichtbare Sanierung unserer schönen Ruhrlandschaft gesteckt. Daran können sich alle erfreuen, sie sollten sich dafür aber auch verantwortungsbewusst verhalten.“

Vorschlag: Fußgängerweg

Der Ruhruferweg sei im Übrigen vergleichsweise schmal und zum Teil unübersichtlich. Insbesondere Eltern mit Kindern und Hundehalter würden dort mangelnde Rücksicht einiger Radfahrer beklagen. Da das nachvollziehbar sei, werde man an die Stadt mit dem Vorschlag herantreten, den Ruhruferweg zwischen Villigster Brücke und Wandhofen als Fußgängerweg auszuweisen mit dem Zusatz „Radfahren erlaubt – Fußgängern ist auszuweichen“, erläutert Geck. Gegenseitige Rücksichtnahme sei ohne Frage der größte Gewinn für alle Erholungssuchenden.